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KomNet-Wissensdatenbank

Welchen Impfschutz müssen wir Mitarbeitern anbieten, die Dienstreisen außerhalbs Europas durchführen?

KomNet Dialog 7668

Stand: 08.04.2016

Kategorie: Gesundheitsschutz > Impfungen > Impfangebote, Impfempfehlungen

Dialog
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Frage:

Welchen Impfschutz müssen wir Mitarbeitern anbieten, die z.B. für Audits Dienstreisen außerhalbs Europas durchführen? Ist hierbei zu unterscheiden, ob sich die Mitarbeiter nur in den Metropolen aufhalten oder ist dies für die Betrachtung nicht von Bedeutung. Welche Informationsquelle zeigt auf, welche Impfungen notwendig sind und welche vielleicht "wünschenswert" sind?

Antwort:

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und Impfangebote sind arbeitsschutzrechtlich in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) geregelt.
Nach dem Teil 4 "Sonstige Tätigkeiten" des Anhangs der ArbmedVV sind Pflichtuntersuchungen durchzuführen bei:
"1. ......
2. Tätigkeiten in Tropen, Subtropen und sonstige Auslandsaufenthalte mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen. Abweichend von § 3 Abs. 2 Satz 1 in Verbindung mit § 7 dürfen auch Ärzte oder Ärztinnen beauftragt werden, die zur Führung der Zusatzbezeichnung Tropenmedizin berechtigt sind."
Welche Vorschriften und Gesundheitsvorsorgemaßnahmen für eine geplante Reise ins außereuropäische Ausland zu beachten und weitere Landesinformationen können sie der folgenden Seite des Centrum für Reisemedizin (CRM) entnehmen: http://www.crm.de/laender/laender.asp?
"Vor der Entsendung in Gebiete mit besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen (vergl. dazu Auswahlkriterien für die spezielle arbeitsmedizinische Vorsorge DGUV Information 250-436) ist (neben den Anforderungen der ArbmedVV) zumindest eine ärztliche Beratung durch einen ermächtigten Arzt über die zu erwartenden Belastungen sowie über die ärztliche Versorgung am vorgesehenen Einsatzort erforderlich. Die Beratung schließt insbesondere Hinweise auf eine erforderliche Malaria- oder Impfprophylaxe ein. Bei einschlägigen Arbeitsaufenthalten von insgesamt mehr als drei Monaten pro Jahr muss vor der ersten Ausreise stets zusätzlich eine spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach der Unfallverhütungsvorschrift „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ (DGUV Vorschrift 6) vorgenommen werden." (Aus der Veröffentlichung " Gesetzliche Unfallversicherung bei Entsendung ins Ausland").
Bezüglich Impfempfehlungen sollte zum Einen der Betriebsarzt beteiligt werden, zum Anderen bietet die Ständige Impfkommission (STIKO)  beim Robert-Koch-Institut, www.rki.de Impfempfehlungen für Auslandreisen an.
Hinweis: Für Rechtsvorshriften des Arbeitsschutzes gilt grundsätzlich das Territorialprinzip, d.h. ihr Geltungsbereich erstreckt sich auf das Territorium der Bundesrepublik Deutschland.