Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen in einem Ausbildungsbetrieb die Jugendlichen mit Gefahrstoffen in Kontakt kommen, die in Verdacht stehen Krebs zu erzeugen und dementsprechend eingestuft sind?

KomNet Dialog 6909

Stand: 03.02.2009

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Kinder, Jugendliche, Auszubildende > Arbeiten im Rahmen der Ausbildung

Dialog
Favorit

Frage:

Dürfen in einem Ausbildungsbetrieb die Jugendlichen mit Gefahrstoffen in Kontakt kommen, die eingestuft sind als im Verdacht stehend, Krebs zu erzeugen?

Antwort:

Dieser angefragte Sachverhalt ist im Jugendarbeitsschutz - JArbSchG eindeutig geregelt und  findet sich auch in der einschlägigen Kommentierung (Zmarzlik/Anzinger Jugendarbeitsschutzgesetz 5. Auflage)  :

Nach §22 JArbSchG Absatz 1 Nr. 6 dürfen Jugendliche nicht beschäftigt werden
- mit Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen im Sinne des Chemikaliengesetzes ausgesetzt sind.

Ausnahmen von dieser Regelung findet man im Absatz 2.  
Demnach sind diese Arbeiten zulässig wenn,
-dies zur Erreichung ihres Ausbildungzieles erforderlich ist,
-ihr Schutz durch die Aufsicht eines Fachkundigen gewährleistet ist,
-der Luftgrenzwert bei gefährlichen Stoffen unterschritten wird und,
-der Jugendliche unterwiesen ist.
Hinweis: Die in der Gefahrstoffverordnung geforderten Maßnahmen sind selbstverständlich einzuhalten bzw. durchzuführen und das entsprechende technische Regelwerk - TRGS ist zu beachten. Beim Erstellen der Gefährdungsbeurteilung ist neben der Fachkraft für Arbeitssicherheit der Betriebsarzt zu beteiligen.

Arbeitsschutzvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/bp/legislation/index.html oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 bzw. http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/Gefahrstoffe.html?__nnn=true aufrufen.