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KomNet-Wissensdatenbank

Wie kann man eine altersgerechte Qualifizierung im EDV-Bereich eines Betriebs am besten einführen ?

KomNet Dialog 3942

Stand: 07.03.2013

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Besondere Zielgruppen > Demografischer Wandel - Ältere Beschäftigte

Dialog
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Frage:

Altersgerechte Qualifizierung im EDV-Bereich, wie wird dies am besten im Betrieb eingeführt?

Antwort:

Ältere Menschen sind eher nicht gewohnt, online zu lernen.

Deshalb wird ein Blended Learning-Vorgehen vorgeschlagen. In einer Präsenzveranstaltung wird eine Einführung in den Umgang mit Selbstlernprogrammen und Lernumgebungen durchgeführt. Gleichzeitig kann eine Einführung in die eigentlichen Lerninhalte erfolgen. Zugleich lernen innerhalb einer solchen Veranstaltung die Teilnehmer den Dozenten und späteren Tutor sowie die Mitlernenden kennen. Im weiteren Verlauf der Maßnahme können die Teilnehmer dann mit Selbstlernprogrammen arbeiten. Eine tutorielle Begleitung steht den Lernenden zu definierten Zeiten zur Verfügung so dass inhaltliche und technische Fragen kurzfristig beantwortet werden können. Auf Wunsch können dann nach bestimmten Zeiträumen jeweils weitere Präsenzveranstaltungen in den Lernprozeß integriert werden, in denen dann offene Fragen geklärt und Lerninhalte zwischen den Teilnehmern diskutiert werden können.

Die Einrichtung eines Selbstlernraumes innerhalb eines Unternehmens sollte angedacht werden. Es hat sich gezeigt, dass "Lernen am Arbeitsplatz" nur in den seltensten Fällen wirklich funktioniert. Da zum Lernen eine Konzentration auf die Lerninhalte stattfinden muss, darf dieser Prozeß nicht durch ständige Unterbrechungen gestört werden. Daher ist der Rückzug in einen Selbstlernraum dem Lernen im eigenen Büro vorzuziehen. Falls der Raum auch von der Größe geeignet ist, können auch hier die Präsenzphasen durchgeführt werden. Die Lerngruppe kann sich hier auch zu vereinbarten Zeiten treffen, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Die Lerninhalte sollten an die Zielgruppe angepaßt werden. Für ältere Lernende sollten Lernprogramme didaktisch und layoutmäßig anders aufgebaut sein als für jüngere Lerngruppen. Jüngere Lernende sind eher im Umgang mit neuen Medien geübt und verlangen eine entsprechende multimediale Aufbearbeitung der Lernprogramme. Ältere Lernende haben damit eher Schweirigkeiten und bevorzugen einen übersichtlichen Aufbau der Lernprogramme und eher einen größeren Textanteil, da für die das Lernen mittels Texten eher der Normalfall ist.

Speziell für ältere Lerngruppen erstellte Lernprogramm sind eher selten. Die TaT Projekt GmbH in Rheine entwickelt aber beispielsweise Lernprogramme genau für diese Zielgruppe. Die dort entwickelten Lernprogramme sind zudem barrierefrei aufgebaut. Aber auch das Webkolleg NRW kann entsprechende Beratigungen für den gezielten Einsatz von Lernprogrammen für bestimmte Zielgruppen anbieten.

Hinweis:
Die Initiative DEMOGRAFIE AKTIV unterstützt Betriebe und Beschäftigte bei der Gestaltung des demografischen Wandels. Mit dem Management-Instrument DEMOGRAFIE AKTIV können praxisgerechte Demografie-Prozesse in Betrieben aller Branchen gestaltet werden. Im Land Nordrhein-Westfalen kann die Gestaltung betrieblicher Demografie-Prozesse mit dem Förderangebot Potentialberatung unterstützt werden.