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Müssen Gefahrstoffgebinde (Gefahrstoffklasse 3, Gebinde 25 Liter, 350 Liter auf der Palette) zwingend im Lacklager gelagert werden?

KomNet Dialog 16922

Stand: 13.04.2015

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Lagerung von Gefahrstoffen

Dialog
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Frage:

Da wir bei uns im Großhandel oft Kapazitätsengpässe im Lacklager haben, stellt sich die Frage, ob die Gefahrstoffgebinde (Gefahrstoffklasse 3, Gebinde 25 Liter, 350 Liter auf der Palette) zwingend im Lacklager gelagert werden müssen?

Antwort:

Da es sich bei der Gefahrstoffklasse 3 um entzündbare, flüssige Stoffe im Transportgut handelt, sind diese beim Einsatz im Betrieb Gefahrstoffe, die wenigstens eine der folgenden gefährlichen Eigenschaften entzündlich, leichtentzündlich oder hochentzündlich besitzen. Anforderungen an die Lagerung und den Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten werden u. a. in der Broschüre „Brennbare Flüssigkeiten“ genannt. Demanch hängen die Anforderungen an die Lagerung brennbarer Flüssigkeiten im Wesentlichen ab vom
- Flammpunkt der gelagerten Stoffe,
- der Art der Lagerung bzw. ob die Stoffe ab/-umgefüllt werden
- der Lagermenge und
- der Art der Gebinde (zerbrechlich/unzerbrechlich).

Konkret kann der Broschüre Folgendes entnommen werden (S. 14):

"Brennbare Flüssigkeiten dürfen grundsätzlich nicht an solchen Orten gelagert werden, an denen dies zu einer Gefährdung der Beschäftigten oder anderer Personen führen kann. Solche Orte sind insbesondere Verkehrswege. Hierzu zählen u.a.
• Treppenräume,
• Flure,
• Flucht- und Rettungswege,
• Durchgänge,
• Durchfahrten und
• enge Höfe..
"

D. h. einerseits, dass nicht immer zwingend im dafür vorgesehenen Lager gelagert werden muss. Andererseits kommen als Lagerplatz die o. g. Orte nicht in Frage. Ausweichorte sollten unter genau festzulegenden Randbedingungen ausgewählt werden. Z. B.: Wenn es im Freien eine überdachte Fläche (Schutz vor Regen) mit einer Auffangwanne mit darüber liegenden Lichtgitterrost gibt, wobei die Wanne als Auffangfläche für mögliche Tropfverluste gilt. In unmittelbarer Nähe (5 m Abstand) sollte es dann keine besonderen Brandlasten geben. Um eine geeignete Lösung zu erarbeiten, wird empfohlen, die Situation in einem Ortstermin mit dem Staatlichen Amt für Arbeitsschutz, der Brandschutzbehörde und der Unteren Wasserbehörde zu erörtern.