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KomNet-Wissensdatenbank

Muss ein Betriebsartenwahlschalter sicherheitsgerichtet ausgewertet werden?

KomNet Dialog 16599

Stand: 11.07.2012

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Allgemeine Beschaffenheitsanforderungen

Dialog
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Frage:

Muss ein Betriebsartenwahlschalter sicherheitsgerichtet ausgewertet werden?

Antwort:

Die Frage betrifft nicht nur den Schalter (Stellteil), unabhängig davon, ob dieser elektromechanisch oder elektronisch arbeitet. Vielmehr ist die Funktion „Betriebsartenwahl“ sicherheitstechnisch zu betrachten.

Zuerst muss der Maschinenhersteller durch die Risikobeurteilung gemäß Maschinenrichtlinie feststellen, ob ein Fehler in der Funktion (durch den Ausfall einer der Komponenten die diese Funktion ausführen) zu einer Erhöhung des Risikos führt (z.B. durch eine mögliche Gefahr eines unerwarteten Anlaufes).

Wenn der Ausfall der Funktion „Betriebsartenwahl“ zur unmittelbaren Erhöhung des Risikos (der Risiken) führen kann, dann ist diese Funktion eine „Sicherheitsfunktion“ (Gemäß DIN EN ISO 13849-1) und muss daher sicherheitstechnisch betrachtet werden. Die Erfahrung zeigt, dass in der Regel die Betriebsartenwahl sicherheitsrelevant ist.

Die sicherheitstechnische Betrachtung von bei der Wahl von Betriebsarten muss verschiedene Punkte betrachten:

a) Bei der Wahl einer Betriebsart (Umschaltung) sollte keine Gefahr bringende Situation entstehen, insbesondere durch einen unerwarteten Anlauf.
(siehe Maschinenrichtlinie, Anhang I Abschnitte 1.2.1 und 1.2.3)

b) Verschiedene Betriebsarten können unterschiedliche Sicherheitseinrichtungen und/oder Arbeitsverfahren aufweisen. Wenn durch ein Fehler eine falsche Betriebsart gewählt wird könnte eine gefährliche Situation entstehen.
(siehe Maschinenrichtlinie, Anhang I Abschnitt 1.2.5)

c) Bei bestimmten Arten von Stellteilen (z.B. Touch-Panel) muss durch geeignete Maßnahmen sichergestellt werden, dass eine versehentliche Betätigung nicht zu einer Gefahrensituation führt (siehe Maschinenrichtlinie, Anhang I Abschnitt 1.2.2), z.B. durch eine zweistufige Betätigung unterschiedlich positionierter Betätigungsflächen.