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Darf eine Bohrmaschine auch an eine gebäudeseitige Steckdose angeschlossen werden, wenn sie erkennbar über einen ortsfesten FI-Schalter im Verteilerschrank abgesichert ist?

KomNet Dialog 13678

Stand: 12.05.2011

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

Dialog
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Frage:

Gemäß Gelber Mappe, Bausteine/Merkhefte B10 werden zur Baustromversorgung über die Gebäudeseitigen Speisepunkte für Kleinbaustellen Kleinstbaustromverteiler, Schutzverteiler, ortsveränderliche Schutzeinrichtungen empfohlen. Darf z.B. eine Bohrmaschine auch an eine Gebäudeseitige Steckdose angeschlossen werden, wenn sie erkennbar über einen ortsfesten FI-Schalter im Verteilerschrank abgesichert ist, oder gestattet die Formulierung der o.a. Quelle keine Abweichungen ?

Antwort:

Die Anforderungen an geeignete Speisepunkte für Baustellen sind in der BGI 608 "Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen" http://publikationen.dguv.de genannt.
Unter Ziffer 3.2.1 der BGI 608 wird ausgeführt:

"Die elektrische Versorgung von Anlagen und Betriebsmitteln auf Bau- und Montagestellen darf nur aus zugeordneten Speisepunkten erfolgen.

Jeder Speisepunkt muss mindestens eine Einrichtung zum Trennen haben.


Einrichtungen zum Trennen können auch Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) sein.
Das Freischalten mittels Sicherungs-Lasttrennschalter (NH-System oder ähnliches) mit vollständigem Berührungsschutz ist eine Bedienung und darf auch von Laien ausgeführt werden. Die Zugänglichkeit von NH-Sicherungs-Trennschaltern ohne vollständigen Berührungsschutz darf nur mittels Werkzeug möglich sein. Das bedeutet, dass sich innerhalb eines elektrischen Betriebsraumes die NH-Sicherungsleisten hinter einer Abdeckung (mindestens IP 2X) befinden müssen.

Speisepunkte zur Versorgung von elektrischen Anlagen oder Betriebsmitteln sind:

• Baustromverteiler nach DIN VDE 0660-501,
• Baustromverteiler nach VDE 0612, wenn die Steckvorrichtungen bis AC 230 V/16 A und bis AC 400 V/32 A über eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung (RCD) mit IΔN ≤ 30 mA geschützt sind,
• Ersatzstromerzeuger nach DIN VDE 0100-551,
Siehe auch BGI 867.
• Transformatoren mit getrennten Wicklungen,
• besondere, der Baustellenanlage zugeordnete, geprüfte Abzweige ortsfester elektrischer Anlagen einschließlich zugehöriger, als Baustellenspeisepunkt dauerhaft gekennzeichneter Steckvorrichtungen. Die Stromkreise mit Steckvorrichtungen müssen Abschnitt 3.2.3.4 entsprechen.

Andere Steckvorrichtungen in ortsfesten Verbraucheranlagen und in Hausinstallationen gelten nicht als Speisepunkt im Sinne dieser Regel.