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Wie kann bei Anwendung der Leitmerkmalmethode die Belastung auf zwei Mitarbeiter "aufgeteilt" werden?

KomNet Dialog 42733

Stand: 23.10.2019

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Ergonomie > Heben, Tragen, Schieben, Ziehen, Stehen

Dialog
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Frage:

Bei einer Tätigkeit wird ein schwerer Gegenstand (70 kg) durch zwei Mitarbeiter per Hand umgedreht. Wie kann bei Anwendung der Leitmerkmalmethode die Belastung auf die beiden Mitarbeiter "aufgeteilt" werden?

Antwort:

Bei einer manuellen Tätigkeit ("per Hand umgedreht") ist eine grundsätzliche Überlegung vorab, ob für diese Tätigkeit nicht auch Hilfsmittel eingesetzt werden können.


Die Belastung kann auf zwei Personen aufgeteilt werden, wenn diese zusammen und gleichzeitig die Tätigkeit ausführen, unabhängig von der Anwendung der Leitmerkmalmethode - LMM. Ob sich dadurch eine Halbierung der Last ergibt, hängt vom Gegenstand und seiner Positionierung bzw. auch von den Voraussetzungen der beiden Personen ab. Evtl. kann es auch zu einer ungleichmäßigen Lastverteilung auf die beiden ausführenden Personen kommen.

Es bleibt unklar, um welche Tätigkeit und welchen Gegenstand es sich konkret handelt. Die LMM "Heben, Halten, Tragen" würde hier wohl Anwendung finden, die Belastung sollte dann aber für jede der beiden Personen ermittelt werden, da nicht sicher ist, ob beide die gleiche Last zu bewältigen und auch die gleichen Ausführungsbedingungen zur Verfügung stehen haben bzw. auch beide in der gleichen Körperhaltung arbeiten können.


Auf die Informationsschrift "Gesundheit schützen beim Heben und Tragen" weisen wir hin.


Aktueller Hinweis:

Die BAuA hat im Oktober 2019 neue Leitmerkmalmethoden (LMM) für die sechs Belastungsarten manuelles Heben, Halten und Tragen von Lasten, manuelles Ziehen und Schieben von Lasten, manuelle Arbeitsprozesse, Ausübung von Ganzkörperkräften, Körperfortbewegung und Körperzwangshaltungen herausgegeben, die in deutscher und englischer Sprachversion mit Kurzanleitung den Betrieben zur Anwendung zur Verfügung stehen. Dazu wurde von der BAuA auch der entsprechende Forschungsbericht F 2333 herausgegeben (Band 1 zum MEGAPHYS-Gemeinschaftsprojekt).

Wie seit dem LMM-Entwicklungsbeginn im Jahr 1994 bisher systematisch vorgegangen wurde, werden auf der Basis des Forschungsberichts F 2333 wohl zukünftig auch wieder weitere Einzelformate zur LMM-Methodenfamilie von der BAuA den Betrieben zur Verfügung gestellt. Die entsprechenden LASI-Veröffentlichungen zu den Leitmerkmalmethoden sind bisher noch nicht an den neuen Stand der Leitmerkmalmethoden angepasst worden, was wohl - wie bisher auch üblich - zukünftig systematisch noch geschehen wird.