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KomNet-Wissensdatenbank

Fragen zum Um- und Aufbau von Schwenkkränen und Kränen aus einem Kranbaukastensystem.

KomNet Dialog 9934

Stand: 23.02.2010

Kategorie: Sichere Produkte > Inverkehrbringen und Kennzeichnung > CE-Kennzeichnung, GS-Zeichen

Dialog
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Frage:

Von unserer Instandhaltungsabteilung werden im Betrieb Schwenkkräne und Kräne aus einem Kranbaukastensystem auf- und umgebaut. 1. Wenn Schwenkkräne, die vor Inkrafttreten der MaschRL in Betrieb genommen wurden, umgezogen werden (Sicherheit hängt von den Montagebegingungen ab), ist dann die Erstellung einer CE-Erklärung notwendig? Werden wir dadurch zum Hersteller? 2. Wenn auf den Bauteilen der Schwenkkräne bzw. des Kranbaukastensystems ein Typenschild mit Herstellerangaben, Traglast, CE-Kennzeichnung,.... angebracht ist, muss dann eine Gesamt-CE für den Kran erstellt werden oder ist eine Abnahmeprüfung ausreichend? Wer muss die gesamt CE-Erklärung erstellen?: - diejenigen, die aufgebaut haben oder - derjenige, der eine verwendungsfertige Maschine in Verkehr gebracht hat denn die Sicherheit hängt von den Montagebedinungen ab. 3. Wer muss/kann eine Abnahmeprüfung durchführen? (Sachkundiger einfache Kräne / Sachverständiger Brückenkräne oder nur der Hersteller?)

Antwort:

zur Frage 1:
Für die Beantwortung der Frage, welche Vorschriften auf eine Maschine anzuwenden sind, ist grundsätzlich der Zeitpunkt des erstmaligen Inverkehrbringens  in den Geltungsbereich des GPSG maßgeblich (siehe auch § 1 Nr. 2 Geräte- und Produktsicherheitsgesetz - GPSG in Verbindung mit § 4 Abs.3 Satz 3 GPSG).
Werden gebrauchte Maschinen aber verändert/umgebaut, ist zu prüfen, ob es sich um eine wesentliche Veränderung handelt. Näheres dazu bitten wir Sie den Informationen unter www.maschinenrichtlinie.de/ce-faq/umbau-von-maschinen-und-anlagen.html zu entnehmen.
Wird eine Maschine lediglich umgesetzt, handelt es sich, vorbehaltlich der Prüfung im Einzelfall, in der Regel nicht um eine wesentliche Veränderung im Sinne des GPSG.

zur Frage 2:
Für die CE-Kennzeichnung des Schwenkkranes ist der Hersteller des verwendungsfertigen Kranes zuständig. Er kann sich selbstverständlich auf die Herstellererklärung(en) von Vorlieferanten berufen bzw. muss diese unter Berücksichtigung der Schnittstellen in seine Konformitätserklärung einbeziehen.
Zur Gesamtheit von Maschinen weisen wir auf die Informationen unter www.maschinenrichtlinie.de/fileadmin/dokumente/Maschinenanlagen D-Interpretationspapier BarBl.pdf hin.


zur Frage 3:
Prüfungen sind entsprechend den in der Betriebssicherheitsverordnung aufgestellten Grundsätzen und entsprechend der anzuwendenden Unfallverhütungsvorschriften wie z.B. BGV D 6 "Krane" http://publikationen.dguv.de   vom Arbeitgeber durchzuführen. Generell gilt, dass Art, Umfang und Fristen von Prüfungen vom Arbeitgeber auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und festzulegen sind.  Arbeitsmittel, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt, sind nach der Montage und vor der ersten Inbetriebnahme sowie nach jeder Montage auf einer neuen Baustelle oder an einem neuen Standort zu prüfen. Die Prüfung hat den Zweck, sich von der ordnungsgemäßen Montage und der sicheren Funktion dieser Arbeitsmittel zu überzeugen. Die Prüfung darf nur von hierzu befähigten Personen durchgeführt werden (§ 10 Betriebsicherheitsverordnung).  In der TRBS 1203 "Befähigte Personen" www.baua.de  sind die an befähigte Personen gestellten Anforderungen näher definiert. Bei Krananlagen müssen gleichzeitig die im Abschnitt III. "Prüfungen" der BGV D 6 genannten Anforderungen erfüllt sein.

Die genannten Rechtsvorschriften werden z.B. unter:
www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 angeboten.

http://www.arbeitsschutz.nrw.de/service/rechtsvorschriften/index.php

-> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz oder
 

Hinweis: Auf die Informationen zur neuen, ab dem 29.12.2009 anzuwendenden Maschinenrichtlinie 2006/42/EG  unter www.maschinenrichtlinie.de/ weisen wir hin.