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Wie ist die Vorgehensweise, wenn man eine Maschine (in Verkehr gebracht nach alter Maschinenrichtlinie) mit einer Automation (gebaut in 2010 nach neuer Richtlinie) nachrüstet?

KomNet Dialog 9865

Stand: 14.12.2009

Kategorie: Sichere Produkte > Inverkehrbringen und Kennzeichnung > Inverkehrbringen

Dialog
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Frage:

Ab Ende 2009 gilt ja die neue Maschinenrichtlinie vebindlich und die alte darf nicht mehr angewendet werden. Wie ist die Vorgehensweise, wenn man eine Maschine (in Verkehr gebracht 2009 oder früher, nach alter Richtlinie) mit einer Automation (gebaut in 2010 nach neuer Richtlinie) nachrüstet. Muss dann das Gesamtsystem nach der neuen Richtlinie zertifiziert werden? Benötigt man für die Maschine aus 2009 (oder älter) eine Herstellererklärung, dass diese der neuen Richtlinie entspricht oder reicht die alte Erklärung, gemäss der alten Richtlinie aus.

Antwort:

Die neue Maschinenrichtlinie RL 2006/42/EG ist ab dem 29.12.2009 anzuwenden. Eine Übergangsfrist, in der beide Richtlinien wahlweise anwendbar sind, ist nicht vorgesehen. www.maschinenrichtlinie.de/maschinenrichtlinie/umstellung-neue-mrl-2006-42-eg.html .
In ihrem Fall ist die Maschine, die nach alter Richtlinie in Verkehr gebracht wurde, als bestehend bzw. als Gebrauchtmaschine anzusehen. Entscheidend ist grundsätzlich der Zeitpunkt des erstmaligen Inverkehrbringens. Werden gebrauchte Maschinen aber verändert/umgebaut, ist zu prüfen, ob es sich um eine wesentliche Veränderung handelt. Liegt eine wesentliche Veränderung vor sind alle Maßnahmen betreffend auch nach der neuen, dann geltenden Maschinenrichtlinie vorzunehmen. D.h. die veränderte Maschine / Anlage muss den Anforderungen, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme / des Inverkehrbringens der wesentlich veränderten Maschine gelten, entsprechen. Näheres dazu bitten wir Sie den Informationen unter www.maschinenrichtlinie.de/ce-faq/umbau-von-maschinen-und-anlagen.html zu entnehmen.
Hinweis: Wenn nicht absehbar ist, wann die Anlage geliefert werden soll/kann, so ist es ratsam, dass der Hersteller in seiner Gefahrenanalyse/Risikobewertung die Einhaltung der Anforderungen beider Richtlinien prüft und ggf. die sich aus der neuen Maschinenrichtlinie ergebenden sicherheitstechnischen Verschärfungen bereits jetzt berücksichtigt.
Möglicherweise ist es in Ihrem Fall angebracht, wenn Sie sich bezüglich der Thematik direkt an die örtlich zuständige  Marktaufsichtsbehörde (in NRW die Bezirkregierungen - Dezernat 55; http://www.arbeitsschutz.nrw.de/bp/systems/bezirksregierungen/index.html) wenden und sich dort näher beraten lassen. 

Stand: Dezember 2009