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KomNet-Wissensdatenbank

Muss während des Tankens an einer Betriebstankstelle die Einhaltung des Arbeitsplatzgrenzwert gemessen werden?

KomNet Dialog 9863

Stand: 10.12.2009

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Schadstoffermittlung, Messungen

Dialog
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Frage:

Gefährdungsbeurteilung "Betriebstankstelle" (Ottokraftstoff, 1 Zapfautomat, ohne Aufsicht, 30.000 l, unterirdischer Tank). Muss hierbei während des Tankens durch den Kunden der Arbeitsplatzgrenzwert gemessen werden? Muss während des Befüllens des unterirdischen Tanks (durch externe Firma) der Arbeitsplatzgrenzwert gemessen werden? Oder gibt es für diese o. g. Tätigkeiten bereits ermittelte und veröffentliche verfahrens- und stoffspezifische Kriterien, um von der Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte auszugehen?

Antwort:

Ottokraftstoffe enthalten unter anderem verschiedene Kohlenwasserstoffe sowie Methanol. Bei einigen dieser Kohlenwasserstoffe (Benzol, Toluol, Xylol, n-Hexan) handelt es sich um CMR-Stoffe (krebserzeugende, erbgutverändernde oder fruchtbarkeitsgefährdende Gefahrstoffe).

Nach § 11 Abs. 2 Gefahrstoffverordnung besteht für diese Stoffe die Pflicht zur Messung. Diese Messpflicht wird in der Regel durch Einzelmessungen nach der TRGS 402 erfüllt. Siehe auch die Ausführungen im Kapitel G7 der LASI-Leitlinien LV 45 zur Gefahrstoffverordnung.

§ 11 Absatz 1 der Gefahrstoffverordnung sagt aus, dass die Messpflicht nicht besteht, wenn für die Gefahrstoffe Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) festgelegt sind und diese eingehalten werden. Für o.g. Stoffe sind Grenzwerte festgelegt, so dass die Regelung hier greift. Die Einhaltung dieser Grenzwerte ist in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Hierbei können Messungen an exemplarischen Arbeitsplätzen berücksichtigt werden. Möglicherweise existieren solche Messergebnisse beim Lieferanten des Kraftstoffes. Verfahrens - und stoffspezifische Kriterien, bei denen von einer Einhaltung des Grenzwertes auszugehen ist, existieren bisher nicht.