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Welche Möglichkeiten der Altersabsicherung habe ich als Selbständige trotz geringer Einkünfte und z.T. aufgestockter Leistungen nach dem SGB II?

KomNet Dialog 9828

Stand: 09.12.2009

Kategorie: Berufsrückkehr / Wiedereinstieg > Altersvorsorge > Private Vorsorge

Dialog
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Frage:

Ich habe drei Kinder im Alter von 25, 14 und 12 Jahren. Nach einer langen Familienphase bin ich nun als Selbständige in das Erwerbsleben zurückgekehrt. Ich bin alleinerziehend und mein Einkommen ist noch sehr gering. Nun mache ich mir Sorgen um meine Alterssicherung. Welche Möglichkeiten der Absicherung hätte ich trotz geringer Einkünfte und trotz z.T. aufgestockter Leistungen nach dem SGB II? Kann ich überhaupt etwas tun, ohne mich gleich wieder in finanzielle Zwänge zu begeben?

Antwort:

Sie können freiwillige Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung leisten.
Personen, die nicht pflichtversichert sind, z.B. Selbständige und Freiberufler, können Beiträge zur freiwilligen/privaten Kranken- und Rentenversicherung absetzen. Allerdings nur in der Höhe, die die Zuschüsse der Behörde zur Vorsorge für Krankheit und Alter übersteigen, die sowieso schon nach § 26 SGB II gezahlt werden. (Krankenversicherung, Rentenversicherung).
Auch Beiträge zu Lebensversicherungen, die der Alterssicherung dienen, sind als angemessene Versicherungen abzugsfähig gem. § 11 Abs. 2 Nr. 4 SGB II, wenn eine Pflichtversicherung nicht besteht oder nicht ausreicht, um im Alter unabhängig von Sozialhilfe zu leben. Maßgeblich sind in diesem Zusammenhang nur die zertifizierten Altersvorsorgeverträge, wie z.B. Riester-Renten. Der berücksichtigungsfähige Betrag wird durch die Höhe des Mindesteigenbetrages nach § 86 EStG begrenzt. Über den Mindesteigenbeitrag hinaus gezahlte Beträge können nicht berücksichtigt werden. Die geleisteten Beiträge sind auf Plausibilität zu prüfen. Erscheinen die Beiträge unplausibel, ist der Träger der Grundsicherung berechtigt, die Einkommensverhältnisse aus dem Vorjahr abzufragen (§ 67a Abs. 1 SGB X).
Beiträge für eine Lebensversicherung, die nur der Vermögensbildung dient, werden grundsätzlich nicht anerkannt. Beiträge für eine sog. Rürup-Rente sind nicht absetzbar.


Hinweise:
Information: Die Internetplattform Forum W bietet Frauen und Männern, die nach einer längeren Familienzeit beruflich wieder einsteigen wollen, umfassende Informationen, Anregungen und Servicetipps, die den Jobeinstieg erleichtern und die Chancen beim Wiedereinstieg verbessern.

Beratung: Kostenlose Beratung zur beruflichen Entwicklung bietet ein Förderprogramm des  Landes Nordrhein-Westfalen.Die nächstgelegene professionelle Beratungsstelle ist hier zu finden Weiterbildungsberatung

Förderung: Der Erhalt von Bildungsschecks ist für Berufsrückkehrende möglich, so dass diese – neben Beschäftigten – vom Land Nordrhein-Westfalen, mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, einen Zuschuss  für ihre berufliche Weiterbildungsmaßnahme erhalten können.