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Welche Vorgehensweise ist bei Bedenken gegen die Altersteilzeit zu empfehlen?

KomNet Dialog 9606

Stand: 07.03.2013

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Besondere Zielgruppen > Demografischer Wandel - Ältere Beschäftigte

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Frage:

Welche Vorgehensweise ist bei Bedenken gegen die Altersteilzeit zu empfehlen?

Antwort:

Altersteilzeit ist eine spezielle Form der Teilzeit und soll den gleitenden Übergang in den Ruhestand fördern. So wird während der letzten Jahre der Erwerbstätigkeit die bisherige Arbeitszeit um die Hälfte reduziert. Zielgruppe dieser Regelung sind Beschäftigte, die das 55. Lebensjahr vollendet haben.

Gesetzliche Regelungen zur Gestaltung beschreibt das Altersteilzeitgesetz (AltTZG), das Beschäftigten ab dem 55. Lebensjahr, die länger als drei der letzten fünf Jahre einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgegangen sind, ermöglicht, nach Absprache mit dem Arbeitgeber die Arbeitszeit bis zum Eintritt des Rentenalters im Durchschnitt um die Hälfte zu reduzieren. Die bzw. der Beschäftigte erhält dabei – finanziert durch die Bundesagentur für Arbeit – durch Aufstockung mindestens 70 % seines letzten Vollzeitnettolohns. Bezüglich der Rentenversicherung werden die Beschäftigten in Altersteilzeit so gestellt, als würden sie 90 % des Vollzeitnettolohns beziehen.

Die Bundesagentur für Arbeit fördert bis zum 31.12.2009 die Teilzeitarbeit älterer Beschäftigter für sechs Jahre unter der Voraussetzung, dass damit die Einstellung einer sonst arbeitslosen Person oder die Übernahme einer/s Auszubildenden ermöglicht wird. Auch über dieses Datum hinaus haben Beschäftigte die Möglichkeit, ohne Förderung ihre Arbeitszeit vor dem Renteneintritt um die Hälfte zu reduzieren.

Vom Altersteilzeitgesetz abweichende Regelungen können aus Tarifverträgen hervorgehen und sind zu berücksichtigen.
Grundsätzlich sollte die Verteilung und Dauer der Arbeitszeit an die individuelle Leistungsfähigkeit der Beschäftigten angepasst sein und die Arbeitsbelastung bei verschiedenen Tätigkeiten berücksichtigen.

Die Verringerung der Arbeitszeit – wie sie durch die Altersteilzeit ermöglicht wird – hilft, ältere Beschäftigte und deren Erfahrungen und Wissen in Unternehmen zu halten und gleichzeitig der veränderten Leistungsfähigkeit älterer Beschäftigter gerecht zu werden. Die Übergangsphase kann ideal über das degressive (Arbeitszeit wird schrittweise über die Jahre der Altersteilzeit reduziert) oder das kontinuierliche Modell (Arbeitszeit wird über den gesamten Zeitraum der Altersteilzeit zu 50 Prozent reduziert) sinnvoll genutzt werden, um das Erfahrungswissen älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an neue Beschäftigte weiter zu geben.

Hinweis:
Die Initiative DEMOGRAFIE AKTIV unterstützt Betriebe und Beschäftigte bei der Gestaltung des demografischen Wandels. Mit dem Management-Instrument DEMOGRAFIE AKTIV können praxisgerechte Demografie-Prozesse in Betrieben aller Branchen gestaltet werden. Im Land Nordrhein-Westfalen kann die Gestaltung betrieblicher Demografie-Prozesse mit dem Förderangebot Potentialberatung unterstützt werden.