Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Ab welcher Absturzhöhe muss ein Rückenschutz bei Leitern verwendet werden?

KomNet Dialog 9556

Stand: 24.03.2015

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

Dialog
Favorit

Frage:

Ab welcher Absturzhöhe muss ein Rückenschutz bei Leitern verwendet werden?

Antwort:

Grundsätzlich ist von einer Absturzgefahr auszugehen, wenn die Absturzhöhe über 1 m liegt. Dann sind i.d.R. Umwehrungen anzubringen (Nr. 2.1 zum Anhang der Arbeitsstättenverordnung i.V. mit der Technischen Regel für Arbeitsstätten/ASR A2.1 - Schutz vor Absturz und herabfallenden Gegenständen). 

Zur Nutzung von Leitern kann die Unfallverhütungsvorschrift DGUV V 38 - Bauarbeiten (früher: BGV C 22) als Erkenntnisquelle herangezogen werden. Gemäß § 7 der BGV C 22 können von einer Anlegeleiter, sofern keine weitere Absturzsicherung vorhanden ist, Arbeiten geringen Umfanges (z.B. das Auswechseln von Glühlampen) durchgeführt werden, jedoch nur, wenn sich der Standplatz auf der Leiter höchstens 7 m über der Aufstellfläche befindet. Ist die Absturzhöhe größer, sind weiter gehende Maßnahmen, z.B. das Benutzen von Sicherheitsgeschirren in Verbindung mit fest installierten Anschlagpunkten erforderlich (siehe auch § 12 (6) BGV C 22). Die Situation und die getroffenen Maßnahmen sind in der Gefährdungsbeurteilung gem. §§ 5,6 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) darzulegen.

Anforderungen an Steigleitern und Steigeisengänge findet man auch in der Arbeitsstättenverordnung im Anhang  (nach § 3a Abs. 1 ArbStättV). Unter Ziffer 1.11 (a) des Anhangs zur ArbStättV wird aufgeführt, dass Steigleitern nach Notwendigkeit über Schutzeinrichtungen gegen Absturz, vorzugsweise über Steigschutzeinrichtungen, verfügen müssen sowie nach (b) an ihren Austrittstellen eine Haltevorrichtung haben (Ziffer 1.11 des Anhangs zur ArbStättV).

Anforderungen zu Steigeisengängen und Steigleitern werden in der ASR A1.8 - Verkehrswege  erläutert. Unter Ziffer 4.6. wird konkretisiert, dass Steigeisengänge und Steigleitern mit mehr als 5 m Absturzhöhe müssen, soweit es betrieblich möglich ist, Einrichtungen zum Schutz gegen Absturz von Personen haben, und Steigleitern mit Absturzhöhen von mehr als 10 m mit Einrichtungen ausgerüstet sein, die den Einsatz von Steigschutz ermöglichen.
Informationen zur Gestaltung der Ein- und Ausstiegsstellen können ebenfalls  ASR A1.8 entnommen werden.

Auf die NormenDIN 18799-1 - Ortsfeste Steigleitern an baulichen Anlagen und DIN EN ISO 14122-4 - Ortsfeste Zugänge zu maschinellen Anlagen weisen wir hin.
weisen wir hin.