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Welche Schutzmaßnahmen sind beim Bearbeiten von Balkonplatten mit 225 mg/kg PAK und 7,9 mg/kg Benzo(a)pyren zu treffen?

KomNet Dialog 9374

Stand: 06.01.2010

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Sanierungsarbeiten, Entsorgung

Dialog
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Frage:

Der Estrich auf Balkonplatten enthält 225 mg/kg PAK und 7,9 mg/kg Benzo(a)pyren. Die Balkonkragplatten sollen mittels Diamantsägen abgetrennt werden. Bei den in Loggien verbleibenden Restflächen muss der Estrich abgestemmt werden. Welche Schutzmaßnahmen (Geräteeinsatz, PSA, Hygiene etc.) sind bezüglich der Kontamination bei diesen Arbeiten zu treffen, welche Vorschriften zu beachten?

Antwort:

Es wird davon ausgegangen, dass bei dem beschriebenen Arbeitsverfahren eine Staubentwicklung nicht zu vermeiden ist.
Als Hauptaufnahmeweg für die entstehenden Stäube ist der Atemtrakt anzusehen, aber auch die Aufnahme über die Haut ist zu berücksichtigen.
Persönliche Schutzausrüstung:
- Staubdichte Einweganzüge mit Kapuze (zertifiziert, Typ 5).
- Beständige Schutzhandschuhe, z.B. aus Nitril, Butylkautschuk. Es sollten zusätzlich Baumwollunterziehhandschuhe getragen werden.
- Vollmaske P2.

Beim Absägen der Betontragplatten mittels Diamantsägen sollte ein Nassverfahren gewählt werden oder ein Verfahren mit Absaugung, um ein Verwehen der Stäube in die Umwelt und andere Bereiche zu vermeiden.
Beim Abstemmen von Estrich in den Loggien ist dieser Bereich als Schwarzbereich anzusehen. Auf Grund der Staubentwicklung ist eine Kontamination der Innenflächen gegeben. Daher sollten die Wandflächen mit Folie vollständig abgeklebt und zum Betreten eine einfache Schleuse vorgesehen werden. Der abgestemmte Estrich ist im Schwarzbereich in Big-Bags staubdicht zu verpacken. Nach Beendigung der Stemmarbeiten sind die Umgebungsflächen mit einem Industriestaubsauger der Kategorie H abzusaugen. Die Folien sind zusammenzulegen und zu entsorgen. Anschließend hat nochmals eine saugende Grundreinigung zu erfolgen.
Für die Arbeitnehmer ist ein schwarz-weiß-Container zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich muss vermieden werden, dass kontaminierte Stäube in Reinbereiche verschleppt werden.

Als wesentliche Vorschriften und Regelungen sind zu beachten:
Gefahrstoffverordnung insbesondere §§ 7 ff sowie die Technische Regel für Gefahrstoffe - TRGS 551
"Teer und andere Pyrolyseprodukte aus organischem Material" und die TRGS 524
"Sanierung und Arbeiten in kontaminierten Bereichen", www.baua.de  .
 Wesentlich ist die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung sowie die Unterweisung der Arbeitnehmer vor Aufnahme der Tätigkeiten.

Darüber hinaus ist die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge-ArbMedVV www.gesetze-im-internet.de/arbmedvv/index.html zu beachten.

Stand: Oktober 2009