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KomNet-Wissensdatenbank

Was ist zu beachten, wenn Eltern einer kommunalen Kindertagesstätte mit Materialien aus dem Baumarkt ein Außenspielgerät im Garten der KITA aufbauen wollen?

KomNet Dialog 9227

Stand: 27.10.2009

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Allgemeine Beschaffenheitsanforderungen

Dialog
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Frage:

Eltern einer kommunalen Kindertagesstätte wollen mit Materialien aus dem Baumarkt ein Außenspielgerät im Garten der KITA aufbauen. Sie wollen sich im Vorfeld mit dem TÜV in Verbindung setzen bzw. soll nach Fertigstellung des Außenspielgerätes der TÜV die Abnahme durchführen, damit die Anforderungen nach der DIN EN Reihe 1176 eingehalten wird. Ich sehe in diesem Projekt enorme Probleme hinsichtlich des GPSG, da es m. E. eine Inbetriebnahme ist. Was muss alles beachtet werden? Wer haftet bei Unfall oder Schaden? Was ist zu beachten, wenn Eltern ein aus einem Katalog erworbenes Außenspielgerät selbst aufbauen, um Kosten zu sparen?

Antwort:

Spielplatzgeräte müssen den Anforderungen des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes - GPSG und der DIN EN 1176 "Spielplatzgeräte" (-> www.beuth.de) entsprechen. 
Konkret sind anzuwenden:
- Geräte- und Produktsicherheitsgesetz – GPSG
- Richtlinien für Kindergärten – Bau und Ausrüstung, GUV-SR 2002,
- Merkblatt "Außenspielflächen und Spielplatzgeräte," GUV-SI 8017

- Norm "Spielplatzgeräte", DIN EN 1176 Teil 1-7 
- Norm "Stoßdämpfende Spielplatzböden," DIN EN 1177
Siehe auch die Informationen unter http://www.ukh.de/praevention/kindertagesstaetten/din-en-1176-1177/#c2897 und http://www.sichere-kita.de/spielplatzgeraete/default.htm.
Wenn die Eltern selbst ein Außenspielgerät mit Materialien aus dem Baumarkt bauen möchten, dann sind sie (KITA) Hersteller im Sinne des Geräte- und Produktsicherheitsgesetzes. Demnach haben sie die rechtliche Verantwortung für das Produkt. Es wird empfohlen einen Fachmann, z.B. von einer Prüfstelle, zu beauftragen, der den Aufbau des  Außenspielgerätes begleitet und nach Fertigstellung abnimmt. Dieser sollte dann schriftlich bestätigen, dass das Gerät den Bestimmungen des GPSG und den einschlägigen Normen entspricht. Dann sind sie in einem evtl. baubedingten Schadensfall abgesichert, denn hierfür ist der Hersteller verantwortlich.
Wenn die Eltern ein Außengerät aus dem Katalog aufbauen möchten, sollten sie dies genau nach Bedienungsanleitung des Herstellers machen. Die einzelnen Bauphasen sollten am besten mit Fotos dokumentiert werden, in denen man die einzelnen Aufbauphasen und die nach Aufbauanleitung erforderlichen Maßnahmen erkennen kann.
Sinnvoll kann es auch hier sein, den richtigen Aufbau von einer Prüfstelle abnehmen zu lassen. Das Produkt sollte auf jeden Fall ein GS-Zeichen von einer anerkannten Prüfstelle tragen.
Prüfstellen für Kinderspielgeräte und Spielplätze können sie u.a. der Homepage der BAuA entnehmen (http://www.baua.de/de/Geraete-und-Produktsicherheit/Pruefstellenverzeichnisse/Pruefstellenverzeichnisse.html).

Ob nach den Bauordnungen der Länder die Aufstellung bestimmter Spielgeräte eine Baugenehmigung bedarf, sollten Sie bei Ihrem zuständigen Bauamt erfragen.