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KomNet-Wissensdatenbank

Frage zur eingeschränkten Feuerwehr-Einsatztauglichkeit nach Impfungen?

KomNet Dialog 9193

Stand: 04.12.2009

Kategorie: Gesundheitsschutz > Impfungen > Sonstige medizinische Fragen zum Impfen

Dialog
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Frage:

Eingeschränkte Feuerwehr-Einsatztauglichkeit nach Impfungen? Die thermische Belastung von Feuerwehrmännern und -frauen ist im Einsatzgeschehen nicht unerheblich. So wird beispielsweise bei einem Innenangriff die Körperkerntemperatur auf bis zu 41°C angehoben. Hiermit wird für den Körper ein "künstliches" Fieber erzeugt, welches nach der Einsatztätigkeit bei einer vorgeschriebene Erhohlungsphase von mind. 30 min. wieder gesenkt wird. Bei Einsatzübungen unter Realbedingungen (Heissausbildung in Wärmegewöhnungs- und Rauchgasdurchzündungsanlagen) werden nach den Sicherheitsrichtlinien keine Personen zugelassen, die in den letzten Tagen vor der Übung Blut gespendet haben und/ oder geimpft wurden. Hierzu zählen insbesondere Impfungen gegen Grippe. Frage: Welche Auswirkung haben diese Richlinien auf Feuerwehrmänner/-frauen im Einsatzdienst? Dürfen diese insbesondere nach Impfungen im Einsatzdienst vollwertig eingesetzt werden?

Antwort:

Bei gesundheitlichen Bedenken, die den Dienst bei der Feuerwehr betreffen, sollten diese durch einen Arbeitsmediziner bewertet werden. Als Entscheidungsgrundlage kann dabei die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbmedVV (http://bundesrecht.juris.de/arbmedvv/) dienen:

"§ 8 Maßnahmen bei gesundheitlichen Bedenken
(1) Ist dem Arbeitgeber bekannt, dass bei einem oder einer Beschäftigten gesundheitliche Bedenken gegen die Ausübung einer Tätigkeit bestehen, so hat er im Falle von § 6 Abs. 4 Satz 2 die Gefährdungsbeurteilung zu überprüfen und unverzüglich die erforderlichen zusätzlichen Schutzmaßnahmen zu treffen. Bleiben die gesundheitlichen Bedenken bestehen, so hat der Arbeitgeber nach Maßgabe der dienst- und arbeitsrechtlichen Regelungen dem oder der Beschäftigten eine andere Tätigkeit zuzuweisen, bei der diese Bedenken nicht bestehen. Dem Betriebs- oder Personalrat und der zuständigen Behörde sind die getroffenen Maßnahmen mitzuteilen."
Aus § 8 ArbmedVV ist zu schließen, dass bei bestehenden gesundheitlichen Bedenken eine Beschäftigung nicht zulässig ist.
Nach § 14 der Unfallverhütungsvorschrift GUV-V C 53 "Feuerwehren" gilt, dass für den Feuerwehrdienst nur körperlich und fachlich geeignete Feuerwehrangehörige eingesetzt werden dürfen. 
Die Durchführungsanweisung zu § 14 führt dazu aus:
"Maßgebend für die Forderung sind die landesrechtlichen Bestimmungen. Entscheidend für die körperliche und fachliche Eignung sind Gesundheitszustand, Alter und Leistungsfähigkeit. Bei Zweifeln am Gesundheitszustand soll ein mit den Aufgaben der Feuerwehr vertrauter Arzt den Feuerwehrangehörigen untersuchen." (http://www.fuk-nrw.de/praevention/uvvorschriften/).
Weitere Maßnahmen können im Vorfeld mit der Feuerwehrunfallkasse als Unfallversicherungsträger, http://www.fuk-nrw.de oder der Bezirksregierung als zuständige staatliche Arbeitsschutzbehörde in NRW, http://www.arbeitsschutz.nrw.de/bp/systems/bezirksregierungen/index.html abgesprochen werden.
Siehe auch die Informationen und Empfehlungen aus einer Belastungsstudie von Atemschutzgeräteträgern der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg (http://www.fuk-nrw.de/praevention/fitforfire/index_13019.html)

Stand: September 2009