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Ist es erforderlich bei der Verwendung von Isopropanol als offene Prüfflüssigkeit den Arbeitsbereich, z.B. Prüfraum, explosionsgeschütz zu gestalten?

KomNet Dialog 9186

Stand: 17.11.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.4.4)

Dialog
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Frage:

Ist es erforderlich bei der Verwendung von Isopropanol als offene Prüfflüssigkeit den Arbeitsbereich, z.B. Prüfraum, explosionsgeschütz zu gestalten? Wo kann man das nachlesen?

Antwort:

Isopropanol (2-Propanol) ist eine leichtentzündliche Flüssigkeit. Die Dämpfe bilden mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch. Der Explosionsbereich liegt zwischen 2 und 13,4 Vol-% (Quelle: http://www.dguv.de/bgia/de/gestis/stoffdb/index.jsp).
Bei der Beurteilung der Explosionsgefahr muss zuerst ermittelt werden, ob eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre möglich ist (§ 7 Abs. 3 Gefahrstoffverordnung und § 3 Betriebssicherheitsverordnung). Eine explosionsfähige Atmosphäre wird dann gefährlich, wenn die verwendete Menge so groß ist, dass besondere Schutzmaßnahmen für die Aufrechterhaltung des Schutzes von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer oder Anderer erforderlich werden (= gefahrdrohende Menge). Ein Bereich, in dem explosionsfähige Atmosphäre nicht in einer solchen Menge (gefahrdrohend) zu erwarten ist, dass besondere Schutzmaßnahmen erforderlich werden, gilt nicht als explosionsgefährdeter Bereich im Sinne des § 2 Abs. 10 BetrSichV. Beim offenen Umgang lösemittelhaltiger Flüssigkeiten kann die Menge an explosionsfähiger Atmosphäre im Normallfall immer gefahrdrohend werden. Da 50 g (oder 60 cm³) Lösemittel ausreichen, um in 1 m³ Raumluft eine explosionsfähige Atmosphäre zu erzeugen, wird man um jeden Prüf- oder Messplatz, abhängig von der Lüftung, eine Zone ausweisen müssen.
Ist mit der Bildung von gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre nicht zu rechnen, ist die Ausweisung von explosions-gefährdeten Bereichen und deren Einteilung in Zonen nicht notwendig. Dennoch sind geeignete Explosions­schutzmaßnahmen erforderlich und im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Zur Dokumentation gehört auch die schriftliche Arbeitsanweisung. Als Minimalforderung gilt: Ausreichende Belüftung gewährleisten, von Zündquellen (z.B. elektrischen Geräten, offenen Flammen, Wärmequellen und Funken) fernhalten und Rauchverbot beachten.

Stand: September 2009