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Ist der Gegenstrom-Wärmetauscher (Dampf/Wasser) einer Gebäudeheizung ein Druckbehälter im Sinne der BetrSichV bzw. der Druckgeräterichtlinie?

KomNet Dialog 9014

Stand: 20.10.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Prüfung von Druckbehältern und Zubehör

Dialog
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Frage:

Ist der Gegenstrom-Wärmetauscher (Dampf/Wasser) einer Gebäudeheizung ein Druckbehälter im Sinne der BetrSichV bzw. der Druckgeräterichtlinie? Welche Prüfpflicht besteht ? Die Daten sind im konkreten Fall: Innenraum: Druckvolumenprodukt: PS x V = 5,5 bar x 32 l = 176 Mantelraum: Druckvolumenprodukt: PS x V = 4,0 bar x 300 l = 1.200 Wie verhält es sich mit dem Ausgleichsbehälter (Ausdehnungsgefäß) derselben Heizungsanlage? PS x V = 3 bar x 140 l = 420

Antwort:

Der Wärmetauscher ist ein Druckgerät im Sinne der Druckgeräterichtlinie EG/RL 97/23. Der Behälter unterliegt den Bestimmungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).
Zur Anwendung könnte jedoch der Ausnahmetatbestand des § 17 iVm. Anhang 5, Ziffer 18 der BetrSichV kommen. Danach sind diese Behälter vor Inbetriebnahme durch die ZÜS zu prüfen, sofern organische Flüssigkeiten zur Wärmeabgabe verwendet werden. Wasser ist als anorganische Flüssigkeit eingestuft und somit nicht nach den Bestimmungen durch die ZüS prüfpflichtig. Sofern die maximal zul. Heizmitteltemperatur 120°C nicht überschreitet ist die Prüfbestimmung des § 14 Abs. 3 Ziffer 6 BetrSichV für den Wärmetauscher anzuwenden. Deshalb kann dieser Behälter durch die befähigte Person geprüft werden.
Das Ausdehnungsgefäß in der Heizungsanlage unterliegt den Prüfungen durch die befähigte Person, wenn die maximal zulässige Temperatur 120°C nicht überschreitet. Die Bestimmung finden Sie auch im § 14 Abs. 3 Ziffer 6 BetrSichV.

Stand: August 2009