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KomNet-Wissensdatenbank

Reicht die Kennzeichnung nach Transportvorschriften aus, oder ist zusätzlich die Kennzeichnung nach Gefahrstoffverordnung anzubringen.

KomNet Dialog 8862

Stand: 03.05.2016

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Einstufung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt > Kennzeichnung

Dialog
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Frage:

Wir beabsichtigen Zubereitungen in Verkehr zu bringen, die brandfördernd sind. Die Produkte gehen an berufsmäßige Verwender. Der Anwender erhält ein Sicherheitsdatenblatt. Reicht die Kennzeichnung nach Transportvorschriften aus (UN 1479, Klasse 5.1, Verpackungsgruppe III, Gefahrennummer 50, oder ist zusätzlich die Kennzeichnung nach Gefahrstoffverordnung anzubringen.

Antwort:

Informationen zur Kennzeichnung beim Transport von Gefahrstoffen sind unter Pkt. 8.1 der TRGS 200"Einstufung und Kennzeichnung von Stoffen, Zubereitungen und Erzeugnissen" aufgeführt. Dort heißt es u. a.:

(1) Wegen der Unterschiede zwischen der Klassifizierung von Gefahrgütern und der Einstufung nach der Gefahrstoffverordnung können sich abweichende Kennzeichnungen von Versandstücken nach den Vorschriften des Gesetzes über die Beförderung gefährlicher Güter zu denen der Gefahrstoffverordnung ergeben, z. B. ‘ätzend’ nach Transportrecht und ‘reizend’ nach der Gefahrstoffverordnung oder: ’entzündend (oxidierend) wirkend’ nach Transportrecht, aber ‘brandfördernd’ nach der Gefahrstoffverordnung. Das kann dazu führen, dass unterschiedliche Symbole nebeneinander auf einer Verpackung angebracht werden müssen. Dieses stellt keine Über- oder Unterkennzeichnung dar.
(2) Für mehrfach verpackte Zubereitungen genügt nach Artikel 11 der Richtlinie 1999/45/EG auf der Außenverpackung die Kennzeichnung nach den Vorschriften des Transportrechts. Eine Innenverpackung ist jedoch nach Gefahrstoffrecht zu kennzeichnen. In diesem Fall stellt die Außenpackung (Versandpackung) nicht die Verkaufspackung dar.
(3) Ist die Verpackung eines Versandstücks die einzige Verpackung, gestattet Artikel 11 der Richtlinie 1999/45/EG, dass die Symbole nach Gefahrstoffrecht durch die entsprechenden gleichwertigen Gefahrenzettel oder Kennzeichen ersetzt werden können.