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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Tätigkeiten fallen unter den Begriff "Arbeiten unter Spannung"?

KomNet Dialog 8633

Stand: 27.08.2009

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (8.5) > Berufsgenossenschaftliche Vorschriften

Dialog
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Frage:

Gemäß BGR A3 ist Arbeit unter Spannung jede Arbeit, bei der eine Person mit Körperteilen oder Gegenständen (z. B. Werzeuge) unter Spannung stehende Teile berührt oder in die Gefahrenzone gelangt. Frage: Ist eine Arbeit an einer elektrischen Anlage, bei der der Elektriker nicht direkt mit Körperteilen oder Werkzeugen mit unter Spannung stehenden Teilen in Kontakt kommt, aber die Möglichkeit besteht, dass eine gelöste Mutter, Schraube oder Werzeugnuss herunter auf spannungsführende Teile fällt und dort einen Kurzschluss bzw. einen Lichtbogen erzeugt, als Arbeit unter Spannung zu bezeichnen.

Antwort:

In der Berufsgenossenschaftlichen Regel BGR A 3 "Arbeiten unter Spannung an elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln" wird anhand von Beispielen erläutert, welche Tätigkeiten unter den Begriff "Arbeiten unter Spannung" fallen. Allgemein fallen hierunter Arbeiten an aktiven Teilen aller Spannungsebenen, deren spannungsfreier Zustand nicht sichergestellt ist und dadurch Gefährdungen durch Körperdurchströmung und Lichtbögen entstehen. Die Berufsgenossenschaftliche Vorschriften- und Regelwerk finden Sie im Internet unter http://publikationen.dguv.de  .
Unabhängig davon, ob bestimmte Arbeiten unter den Begriff "Arbeiten unter Spannung" fallen oder nicht, hat der Arbeitgeber anhand einer Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz die für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdungen zu ermitteln und die erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen festzulegen.