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Was muss ich als Arbeitgeber einer Bank bzgl. Radon in der Raumluft konkret für meine Zentrale sowie meine ca. 50 Geschäftsstellen veranlassen?

KomNet Dialog 8558

Stand: 17.08.2009

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Umgang mit radioaktiven Stoffen

Dialog
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Frage:

Was muss ich als Arbeitgeber einer Bank bzgl. RADON konkret für meine Zentrale sowie meine ca. 50 Geschäftsstellen veranlassen?

Antwort:

Die Verwendung von Gesteinen und Erden, der Aufenthalt in Bergwerken und Höhlen, sowie durch in Baumaterialien vorhandene natürliche Radionuklide kann zu einer Strahlenexposition der Bevölkerung führen.

Das durch radioaktiven Zerfall aus Radium-226 entstehende Radon-222 ist aus der Sicht des Strahlenschutzes von Bedeutung. Untersuchungen zeigen, dass die in Deutschland häufig verwendeten Baustoffen wie Beton, Ziegel, Porenbeton und Kalksandstein im Allgemeinen nicht die Ursache für Überschreitungen des vom Bundesamt für Strahlenschutz empfohlenen Richtwertes für die Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen (100 Bq/m3) ist. Der Beitrag des Radon-222 aus Baumaterialien zur Radonkonzentration in Wohn-/Aufenthaltsräumen liegt bei max. 70 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3).

Anforderungen an Arbeitsplätze, bei denen mit natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen zu rechnen ist, sind in der Strahlenschutzverordnung in den §§ 95 und 96 i.V.m. Anhang XI StrlSchV festgehalten.
Bei diesen Arbeitsplätzen sind Abschätzungen der Radon-222 Exposition oder der Körperdosis durchzuführen und eine Anzeige bei der zuständigen Behörde zu erstatten, wenn die effektive Dosis 6 Millisievert im Kalenderjahr überschreiten kann. Im Rahmen dieser Abschätzungen sind in der Regel Radon-Messungen durchzuführen.

Die v.g. Maßnahmen der Strahlenschutzverordnung sind aber nur bei Arbeitsfeldern (z.B. untertägige Bergwerke, Schächte, Höhlen, Radon-Heilbäder und Anlagen zur Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung), bei denen erheblich erhöhte Expositionen durch natürliche terrestrische Strahlungsquellen auftreten können, gefordert.

Arbeitsplätze einer Bank sind in der Aufzählung der Strahlenschutzverordnung nicht aufgeführt, sodass von Ihnen, ohne dem Vorliegen eines besonders begründeten Verdachts, keine Maßnahmen zu ergreifen sind.

Beim Vorliegen eines besonders begründeten Verdachts, z.B. das erhöhte Auftreten von Lungenerkrankungen, sollte eine Bewertung/Messung der Strahlenexposition durch Radon-222 in den Aufenthaltsbereichen durchgeführt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz hält es für ratsam, dass in Häusern mit einer Radon-Belastung vom mehr als 100 Bq/m3 (Jahresmittelwert) Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden sollten.

Weitere und ergänzende Informationen können auf der Internetseite des Bundesamt für Strahlenschutz (http://www.bfs.de --> ionisierende Strahlung --> Radon) eingesehen werden; auf folgende Seiten wird besonders hingewiesen:
- Gesundheitliche Auswirkungen von Radon in Wohnungen
- Radon in Gebäuden
- Messmethoden zur Bewertung der Strahlenexposition durch Radon-222 in Aufenthaltsbereichen
- Maßnahmen zum Strahlenschutz vor erhöhten Radonkonzentrationen in Gebäuden

Stand: Juli 2009