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Ist es zulässig über der Kapuze eines Einwegschutzanzuges Gehörschutz zu tragen oder kann es zu Beeinträchtigungen kommen?

KomNet Dialog 8521

Stand: 29.06.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA

Dialog
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Frage:

Ist es zulässig über der Kapuze eines Einwegschutzanzuges Gehörschutz zu tragen oder kann es zu Beeinträchtigungen kommen?

Antwort:

Gehörschutz, der vom Arbeitgeber bereitgestellt oder durch Beschäftigte bei der Arbeit benutzt wird,ist persönliche Schutzausrüstung im Sinne der PSA-Benutzungsverordnung.

Gemäß § 2 PSA-Benutzungsverordnung darf der Arbeitgeber unbeschadet seiner Pflichten nach den §§ 3, 4 und 5 des Arbeitsschutzgesetzes/ArbSchG  nur persönliche Schutzausrüstungen auswählen und den Beschäftigten bereitstellen, die
- den Anforderungen der Verordnung über das Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen entsprechen,
- Schutz gegenüber der zu verhütenden Gefährdung bieten, ohne selbst eine größere Gefährdung mit sich zu bringen,
- für die am Arbeitsplatz gegebenen Bedingungen geeignet sind und
- den ergonomischen Anforderungen und den gesundheitlichen Erfordernissen der Beschäftigten entsprechen.

Gemäß § 3 Abs. 1 Nr. 3 der 8. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (Verordnung über die Bereitstellung von persönlichen Schutzausrüstungen auf dem Markt, 8. ProdSV)muss der persönlichen Schutzausrüstung eine schriftliche Information des Herstellers nach Punkt 1.4 des Anhangs II der Richtlinie 89/686/EWG in deutscher Sprache beigefügt sein. Hierbei handelt es sich um die vom Hersteller erstellte und mit den in Verkehr gebrachten PSA ausgehändigte Informationsbroschüre u.a. mit Anweisungen für Lagerung, Gebrauch, Reinigung, Wartung, Überprüfung und Desinfizierung der PSA. Dieser Anweisung wird zu entnehmen sein, dass das Tragen des Gehörschutzes überder Kapuze eines Einweganzuges nicht vorgesehen ist, sondern dass die Kapselgehörschützer die Ohrmuschel direkt umschließen müssen. Nähere Informationen dazu bietet auch die BGR 194 "Einsatz von Gehörschützern" an.

Zu beachten ist auch, dass neben der voraussichtlich eingeschränkten Funktionsweise der Kapselgehörschützer,  es durch das Anpressen des Kapuzenstoffes auf die Haut es zu Hautirritationen kommen könnte. Dieses gilt im besonderen Maße dann, wenn die Beschäftigten bei der Arbeit schwitzen.

Die Auswahl geeignetem Gehörschutzes ist auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen. Dabei sollte unbedingt der Betriebsarzt beteiligt werden, der nähere Informationen zum Tragekomfort unterschiedlicher Gehörschützer geben kann. Auf die berufsgenossenschaftlichen Informationen zum Thema Lärm, www.dguv.de/bgia/de/fac/laerm/index.jsp, insbesondere auf das unter www.dguv.de/bgia/de/pra/softwa/psasw/index.jsp angebotene Softwareprogramm zur Auswahl geeignetem Gehörschutz, weisen wir hin.