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Mit welchem Verfahren/Methode sind die Expositionen an Formaldehyd und Glutaraldehyd am Arbeitsplatz z.B. in Räumen zu überprüfen?

KomNet Dialog 8411

Stand: 24.07.2009

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Zulässige Belastungen > Schadstoffermittlung, Messungen

Dialog
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Frage:

Nach der Gefahrstoffverordnung sind Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen. Außerdem sind AGWs zu überwachen. Im medizinischen Bereich gibt es besondere Gefährdungen durch Formaldehyd und Glutaraldehyd. Mit welchem Verfahren/Methode sind die Expositionen am Arbeitsplatz z.B. in Räumen zur Instrumentenaufbereitung zu überprüfen?

Antwort:

Gemäß § 7 der Gefahrstoffverordnung hat der Arbeitgeber die Pflicht, Ausmaß, Art und Dauer der inhalativen Exposition zu ermitteln und zu beurteilen. Entsprechend der TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen" ist die TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition" bei der Ermittlung und Beurteilung der inhalativen Exposition anzuwenden.
Für die Bestimmung von Formaldehyd und Glutaraldehyd sowie auch weiterer Aldehyde eignet sich das vom BGIA - Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in der sog. "BGIA-Arbeitsmappe" herausgegebene Verfahren "Aldehyde", Kennzahl 6045 (http://www.bgia-arbeitsmappedigital.de/d/6045/inhalt.html).
Zitat:
"Mit diesem Verfahren können die in der Luft am Arbeitsplatz vorliegenden gasförmigen Aldehyde stationär und personenbezogen erfasst werden, indem die Raumluft mit einer geeigneten Probenahmepumpe durch eine mit 2,4-Dinitrophenylhydrazin imprägnierte Silicagel-Kartusche gesaugt wird. Die Aldehyde reagieren dabei mit 2,4-Dinitrophenylhydrazin zu den entsprechenden Hydrazonen. Nach Elution mit Acetonitril erfolgt die qualitative und quantitative Bestimmung mittels HPLC. Zur quantitativen Auswertung wird die Methode des externen Standards verwendet. Das Messverfahren ist geeignet, die Einhaltung der Spitzenbegrenzungen zu überprüfen."

Es werden folgende Bestimmungsgrenzen genannt:
- Formaldehyd: 0,019 mg/m³ bei 20 L Probeluftvolumen
- Glutaraldehyd: 0,035 mg/m³ bei 20 L Probeluftvolumen"

Eine aktuelle Liste von akkreditierten Messstellen wird beim Bundesverband der Messstellen für Umwelt- und Arbeitsschutz e.V. (BUA) geführt. Diese Liste der akkreditierten Messstellen umfasst die bisher von der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik (ZLS) veröffentlichte Liste sowie die Listen der Deutschen Akkreditierungsstelle Chemie GmbH (DACH) und des Deutschen Akkreditierungssystems Prüfwesen GmbH (DAP)siehe: www.bua-verband.de/gefahrstoffmessstellen.html  

Siehe auch die Datenbank, mit Angaben zu geeigneten validierten Methoden zur Analyse chemischer Substanzen am Arbeitsplatz, unter BGIA - Gefahrstoffe: GESTIS - Analysenverfahren für chemische Substanzen.

Gegebenenfalls können aus der TRGS 513 "Begasungen mit Ethylenoxid und Formaldehyd in Sterilisations- und Desinfektionsanlagen", ergänzende Informationen entnommen werden.

Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS): http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/TRGS.html  

Stand: Juni 2009