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Welche Schutzmaßnahmen sind bei einem Fassadenaufzug zu treffen? Ist eine Umwehrung erforderlich oder sind andere Maßnahmen zulässig?

KomNet Dialog 8383

Stand: 17.06.2009

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Aufzugsanlagen

Dialog
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Frage:

Ist für den Betrieb eines Fassadenaufzuges mit an der Dachkante verlaufenden Schienen generell eine entsprechende Umwehrung erforderlich oder sind andere Schutzmaßnahmen (z.B. Anseilschutz an entsprechenden Anschlagpunkten) zulässig?

Antwort:

Grundsätzliche Anforderungen an Fassadenbefahranlagen finden sie in der BGR 159 "Hochziehbare Personenaufnahmemittel" und der Technichen Regel für Aufzüge TRA 900 "Fassadenaufzüge mit motorbetriebenem Hubwerk". Fassadenbefahranlagen sind Einrichtungen, die zum Gebäude gehören. Sie werden von der Betriebssicherheitsverordnung erfasst.
So müssen z.B. Arbeitskörbe und Arbeitsbühnen von Fassadenbefahranlagen allseitig mit einem Seitenschutz ausgerüstet sein, bestehend aus Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett. Arbeitskörbe und Arbeitsbühnen müssen so beschaffen sein, dass ohne Gefährdung ein- und ausgestiegen werden kann. Türen müssen mit Verschlüssen ausgerüstet sein, die gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert werden können. An Arbeitskörben und Arbeitsbühnen müssen Einrichtungen zum Anschlagen von Sicherheitsgeschirren (PSA gegen Absturz) vorhanden sein.
Fassadenbefahranlagen müsse über sichere Verkehrswege erreicht werden können. An Einstiegen müssen wirksame Einrichtungen gegen Absturz vorhanden sein.
Zusätzlich sind Beschäftigte im Arbeitskorb mittels Sicherheitsgeschirren zu sichern.
Grundsätzlich gilt, dass alle Dachbereiche mit Absturzgefährdung bei möglichen Absturzhöhen über 3 m (Bereiche bis 2 m zu Dachkante nach außen) mit Einrichtungen zum Schutz gegen Absturz ausgerüstet sein müssen. Bei der Auswahl der Schutzmaßnahmen haben dabei Umwehrungen immer Vorrrang vor Anschlageinrichtungen für die Nutzung von PSA gegen Absturz. Sind feste Umwehrung aus baulichen oder gestalterischen Gründen nicht möglich, müssen wirksame temporäre Umwehrungen vorgesehen werden (z.B. Klapp- oder Steckgeländer).
Anschlagpunkte auf dem Dach sind in einem Abstand von ca. 2,5 m zur jeweiligen Absturzkante möglichst kantenparallel anzuordnen. Dabei ist zu beachten, dass Beschäftigte ggf. vom Dachzugang bis an die erforderliche Arbeitsstelle oder den Einstieg in den Arbeitskorb wirksam gegen Absturz gesichert werden müssen. D.h. die Einrichtungen zum Schutz gegen Absturz (Einzelanschlagpunkte, bewegliche Anschlagkonstruktionen) müssen stets von einem gesicherten Standort aus erreichbar sein.
Siehe auch die Informationen unter http://www.bgbau-medien.de/bausteine/d_100/d_100.htm?qu=glas.
Hinweis: Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter
 

http://www.arbeitsschutz.nrw.de/service/rechtsvorschriften/index.php

(--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.