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KomNet-Wissensdatenbank

Gehören Rohrleitungsstücke mit zu den überwachungsbedürftigen Anlagenteilen?

KomNet Dialog 8362

Stand: 13.07.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Sicherheitstechnische Fragen zu Druckbehältern

Dialog
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Frage:

Wenn es erforderlich ist, einen Druckprüfungsabschnitt so festzulegen, dass nicht nur die eigentliche überwachungsbedürftige Anlage (z. B. ein Wärmetauscher) geprüft wird, sondern auch anhängende Rohrleitungsstücke (bis zum nächsten Flansch) [Die Rohrleitungen selbst sind keine überwachungsbedürftige Anlage!], muss dann bei einer Änderung dieser Rohrleitungsstücke (z. B. Fall 1: Änderung des Querschnitts oder Fall 2: Änderung des Werkstoffs) eine Prüfung der überwachungsbedürftigen Anlage (nach Änderung) durchgeführt werden? Gehören diese Rohrleitungsstücke mit zu den überwachungsbedürftigen Anlagenteilen? Wie ist die überwachungsbedürftige Anlage in diesem Fall, u. a. für die Prüfbescheinigung, zu definieren? Muss hier "nur" der Wärmetauscher (z. B. mit Hilfe einer Equipmentnt.) angegeben werden oder muss auch eindeutig definiert sein (wie?), welche Rohrleitungsstücke mit zum Druckprüfungsabschnitt gehören?

Antwort:

Die von der Betriebssicherheitsverordnung erfassten überwachungsbedürftigen Anlagen sind dort im § 1 Abs. 2 definiert. Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS konkretisieren die Vorgaben der Betriebssicherheitsverordnung zu den überwachungsbedürftigen Anlagen und den zugehörigen Anlagenteilen.

Drucktragende Leitungen werden nach der Druckgeräterichtlinie 97/23/EG (DGRL) eingestuft. Hierzu muss neben dem max. zulässigem Druck, dem Inhaltsstoff (Fluid der Gruppe 1 oder 2) auch der Nenndurchmesser (DN) der Leitung bekannt sein. In Abhängigkeit der Parameter kann es sich um eine überwachungsbedürftige Rohrleitung oder um keine handeln. Siehe auch: http://www.druckgeraete-online.de/seiten/frameset2.htm.

Leitungen unter innerem Überdruck für entzündliche, leichtentzündliche und hochentzündliche, ätzende, giftige und sehr giftige Gase, Dämpfe oder Flüssigkeiten mit einem Überdruck von mehr als 0,5 bar sind selbst überwachungsbedürftige Anlagen im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung. Siehe LASI-Leitlinien C 1.2 zur BetrSichV (http://lasi.osha.de/de/gfx/publications/lv35_info.htm). 

Leitungen innerhalb einer Druckbehälter- oder Dampfkesselanlage sind Bestandteil dieser überwachungsbedürftigen Anlage. Zum Umfang einer Druckbehälter- oder Dampfkesselanlage siehe die TRBS 2141 Nr. 2 Abs. 9 und 10 und 11. In dem Fall sind die Leitungen im Zusammenhang mit der Gesamtanlage zu beurteilen und zu prüfen.

Der Betreiber ist für den ordnungegemäßen Betrieb der Anlage und damit auch für die Definition der überwachungsbedürftigen Anlage und deren Anlagenteile sowie die Festlegung der erforderlichen Prüfungen verantwortlich.

Vorstehende Ausführungen lassen erkennen, dass bei der Definition der überfachungsbedürftigen Anlagen / Anlagenteile und der Festlegung der erforderlichen Prüfungen stets der Einzelfall, d.h. die relevanten Daten des Einzelfalls zu berücksichtigen sind. Aus diesem Grunde ist es an dieser Stelle nicht möglich, konkreter auf Ihre Fragen einzugehen. Wir empfehlen, zur Klärung der Fragen, Kontakt mit der für den Arbeitsschutz zuständigen Behörde aufzunehmen (www.arbeitsschutz.nrw.de).

Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter www.arbeitsschutz.nrw.de/bp/legislation/index.html (--> Rechtsvorschriften Arbeitsschutz) oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.

Stand: Mai 2009