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Nach dem Mutterschutz möchte ich meine Ausbildung fortsetzen. Wo finde ich Unterstützung?

KomNet Dialog 8265

Stand: 18.08.2009

Kategorie:

Dialog
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Frage:

Ich befinde mich in Ausbildung und momentan im Mutterschutz. Im kommenden Monat möchte ich mit der Ausbildung weitermachen. Wer betreut mein Kind? Kriege ich Unterstützung, z. B. für eine Tagesmutter? Ich bin verheiratet, mein Mann ist berufstätig, möchte aber keine Elternzeit nehmen.

Antwort:

Mit der Frage nach geeigneter Kinderbetreuung sollten Sie sich an Ihr zuständiges Jugendamt wenden. Dort kann man Sie über bestehende Betreuungs- und Finanzierungsmöglichkeiten beraten.

Wenn Sie sich für eine Betreuung durch eine Tagesmutter entscheiden, kann Ihnen z. B. ein Zuschuss durch das Jugendamt zustehen. Die Jugendämter der Kreise und Kommunen zahlen in NRW i.d.R. einen festgelegten Stundensatz für qualifizierte Tagesmütter (Pflegerlaubnis erteilt).

In manchen Fällen ist eine betriebliche Unterstützung möglich. Daher kann ein Gespräch mit Ihrem Ausbildungsbetrieb auch sinnvoll sein.
Kinderbetreuungskosten können im Übrigen steuerlich geltend gemacht werden, wenn beide Eltern berufstätig sind (siehe Fallbeispiele).

Bei einer Betreuung Ihres Babys in einer Krippe gelten die von den jeweiligen Kommunen festgelegten Betreuungssätze, Ihr zu zahlender Anteil bemisst sich am Familieneinkommen.
Sie können auch überlegen, ob Sie ihre Ausbildung in Teilzeit (mit verkürzter täglicher oder wöchentlicher Arbeitszeit) fortsetzen möchten.
Dabei sollte die regelmäßige Arbeitszeit im Betrieb 30 Wochenstunden bzw. 75 % der wöchentlichen Arbeitszeit betragen. Unter Berücksichtigung der betrieblichen Gegebenheiten und Ihrer persönlichen Voraussetzungen sind auch andere Teilzeitmodelle mit einer geringeren wöchentlichen Arbeitszeit möglich. Die Gesamtdauer der Ausbildung kann sich deswegen entsprechend verlängern. Allerdings gelten hier die gesetzlichen Möglichkeiten zur Verkürzung der Ausbildungszeit, so dass eine Teilzeitausbildung insgesamt nicht länger als eine gewöhnliche Ausbildung dauern muss. Ihre Ausbildungsvergütung wird entsprechend der verkürzten betrieblichen Anwesenheitszeit verkürzt.
Laut Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 8 ist eine betriebliche Ausbildung in Teilzeit möglich, wenn:
- ein berechtigtes Interesse vorliegt (z.B. Betreuung eigener Kinder oder pflegebedürftiger naher Angehöriger)
- sich Auszubildende und Ausbildungsbetrieb über die konkrete Ausgestaltung der Teilzeitausbildung geeinigt haben (z. B. Lage und Verteilung der Arbeitszeit, Ausbildungsbeginn etc.),
- die Zustimmung der zuständigen Stelle, vor Vertragsabschluss, vorliegt (in der Regel die Kammer).

Weitere Voraussetzung:
Der Besuch der Berufsschule ist verpflichtend. Hierbei ist eine individuelle Regelung nicht möglich. Je nach Berufsbild findet der Unterricht 1-2mal wöchentlich oder in Blockform statt. Die Auszubildenden können von dieser Vorgabe nicht abweichen. Die Stundenzahl ist vorgeschrieben.

Weitere Informationen zur Berufsausbildung in Teilzeit finden Sie unter: http://www.gib.nrw.de/service/specials/Teilzeitberufsausbildung?darstellungsart=themen sowie unter www.ntba.reinit.net

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Hinweise:
Die Internetplattform Forum W bietet Frauen und Männern, die nach einer längeren Familienzeit beruflich wieder einsteigen wollen, umfassende Informationen, Anregungen und Servicetipps, die den Jobeinstieg erleichtern und die Chancen beim Wiedereinstieg verbessern.
Der Erhalt von Bildungsschecks ist für Berufsrückkehrende möglich, so dass diese – neben Beschäftigten – vom Land Nordrhein-Westfalen einen Zuschuss von bis zu 500 Euro für ihre Weiterbildungsmaßnahme erhalten können.