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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Schutzbrille ist bei der Tätigkeit im Rettungsdienst zu tragen?

KomNet Dialog 8206

Stand: 10.07.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

Dialog
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Frage:

Welche Schutzbrille ist bei der Tätigkeit im Rettungsdienst zu tragen? Reicht ein Schutz vor mechanischen Einwirkungen, oder muss zum Schutz vor Flüssigkeiten (Ausscheidungen, Blut u.s.w.) eine Korbbrille getragen werden?

Antwort:

Nach der GUV-Regel "Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen im Rettungsdienst" GUV-R 2106 (Kapitel 4.1) ist:
"zum Schutz des Kopfes gegen Anstoßen, pendelnde, herab- bzw. umfallende oder wegfliegende Gegenstände für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung ein Schutzhelm zur Verfügung zu stellen.
Es sollte sich um einen Schutzhelm nach DIN EN 443 "Feuerwehrhelme" mit Kinnriemen, Gesichts- und Nackenschutz handeln: 
- Des Gesichtsschutzes (Visier) bedarf es, weil bei der Rettungstätigkeit mit Funkenflug oder mit wegfliegenden Teilen (z.B. beim Einschlagen eines Fensters) zu rechnen ist. 
- Der Nackenschutz ist erforderlich, da zwischen dem Kragen der Schutzkleidung und dem Helmende anderenfalls kein Schutz z.B. gegen Glassplitter oder Funkenflug besteht.

Unbeschadet des Visiers sollten zum Schutz der Augen, z.B. gegen Verspritzen von infektiöser Flüssigkeit für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung eine Schutzbrille mit indirekter Belüftung und seitlichem Spritzschutz auf den Einsatzfahrzeugen vorgehalten werden.
Aus Gründen der Hygiene und im Hinblick auf die anzustrebende persönliche Verantwortlichkeit des Trägers für den Helm bzw. der ordnungsgemäßen Pflege sollte dieser für die jeweilige Person konkret bestimmt sein. Wird dagegen auf dem Einsatzfahrzeug die notwendige Anzahl von Helmen für die Besatzung durch mehrere Personen (wechselnde Besatzung, Schichtdienst) benutzt, müssen entsprechende Hygienemaßnahmen eine Übertragung von Mikroorganismen verhindern, wie z.B. durch die Verwendung von unter dem Helm zu tragenden Papierschonmützen."

Bei der notwendigen Gefährdungsbeurteilung (Kapitel 2.3 der GUV R 2106) sollte festgelegt werden, bei welchen Einsätzen, welche persönliche Schutzausrüstung eingesetzt werden muss. Als Auswahlkriterium kann der Anhang 1 der o.g. GUV-Regel dienen. Siehe auch die Informationen unter http://www.bundeskongress.com/fileadmin/user_upload/2008/downloads/Referate_2008/erbe-kassel-2008-schutzkleid.pdf

Hinweis: Ausrüstungen für Not- und Rettungsdienste gelten nach §1, Absatz 3, Punkt 2 der Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen bei der Arbeit (PSA-Benutzungsverordnung - PSA-BV) nicht als persönliche Schutzausrüstungen im Sinne des Absatz 2 dieser Verordnung. 

Stand: Mai 2009