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Zu welchem Zeitpunkt sollten Mitarbeiterinnen im gebärfähigem Alter, die Umgang mit Kindern haben, auf Zytomegalie und Ringelröteln untersucht werden?

KomNet Dialog 8162

Stand: 15.07.2009

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Gefährdungen für werdende / stillende Mütter

Dialog
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Frage:

Zu welchem Zeitpunkt sollten Mitarbeiterinnen im gebärfähigem Alter welche in der Pädiatrie oder im Kindergarten arbeiten auf Zytomegalie und Ringelröteln gegen die man ja nicht impfen kann, untersucht werden? Bei Einstellung? Der Immunstatus könnte sich bis zum Eintritt einer Schwangerschaft ggf.Jahre später noch ändern. Oder erst bei Eintritt einer Schwangerschaft? Wie finden Biostoffverordung und Mutterschutzgesetz da einen Konsens?

Antwort:

Spezielle Regelungen zum Schutz werdender und stillender Mütter sind im Mutterschutzgesetz (MuSchG) und in der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchRiV) getroffen, http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Themenfelder/mutterschutz/rechtliche_grundlagen/index.php . Die Vorschriften des Mutterschutzgesetzes haben als spezielle Vorschrift für werdende und stillende Mütter Vorrang vor den Vorschriften der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge - ArbMedVV. Die Vorschriften der ArbMedVV gelten für alle nichtimmunen Beschäftigten (auch Männer und ältere Arbeitnehmerinnen). In der ArbMedVV wird der Mutterschutz nicht geregelt.
- Alle Beschäftigten in den Einrichtungen der vorschulischen Betreuung von Kindern, die regelmäßigen und direkten Kontakt zu Kindern haben, sind verpflichtend arbeitsmedizinischen Untersuchungen gegenüber folgenden impfpreventablen Erkrankungen zu unterziehen: Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.
- Gegenüber Hepatitis A ist für die Beschäftigten auf Kinderstationen bei Tätigkeiten mit regelmäßigem Kontakt mit Stuhl im Rahmen der Pflege von Kleinkindern eine Untersuchung durchzuführen. In Rahmen dieser Untersuchungen müssen den Beschäftigten auch die notwendigen Impfungen angeboten werden.
- Das heißt, dass alle nichtimmunen Beschäftigten (auch Männer und ältere Arbeitnehmerinnen) in Kitas bzw. im Gesundheitswesen, die nicht arbeitsmedizinisch untersucht wurden, solange nicht (weiter)beschäftigt werden dürfen, bis diese Untersuchung erfolgt ist. Diese arbeitsmedizinische Untersuchung ist Voraussetzung für die Beschäftigung bzw. Weiterbeschäftigung. Die Teilnahme ist verpflichtend. Für die Beschäftigten, die einen ausreichenden Immunschutz haben, besteht dagegen keine Untersuchungspflicht.
Erst nach Bekanntgabe der Schwangerschaft bei dem Arbeitgeber kommt das Mutterschutzgesetz zur Anwendung. Der Arbeitgeber ist dann verpflichtet eine individuelle und tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Hierbei sind auch alle infektionsgefährdenden Tätigkeiten zu bewerten.
Bei Bekanntgabe einer Schwangerschaft sollte bei einer Arbeitnehmerin, die in einer Kindertagesstätte bzw. im Krankenhaus beschäftigt ist, zusätzlich zu den bereits durchgeführten arbeitsmedizinischen Untersuchungen nach der ArbMedVV noch
der Immunschutz gegenüber CMV und Parvovirus B 19 bestimmt werden.
Immunstatusbestimmungen gegenüber CMV und Parvovirus B19 im Rahmen der arbeitsmedizinischen Untersuchungen sind streng genommen gesetzlich nur im Mutterschutzgesetz bzw. Mutterschutzrichtlinienverordnung geregelt.
Eine gesetzliche Verpflichtung zur Bestimmung der Immunität vor dem Schwangerschaft besteht nach der ArbMedVV nicht.  

Stand: Mai 2009