Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Welche Abmessungen muss ein Verkehrsweg in einer Güterumschlaghalle haben?

KomNet Dialog 8041

Stand: 09.07.2009

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Verkehrswege

Dialog
Favorit

Frage:

In einer Güterumschlaghalle (>10.000 qm) werden Be- und Entladetätigkeiten, Kontrollen etc. durchgeführt - es gibt allerdings keinen "klassischen Gehverkehr". Jetzt soll dort ein Verkehrsweg geändert und neu gekennzeichnet werden. Auf diesem Verkehrsweg findet eigentlich nur der Warentransport statt. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich dort auch Personen mit einem Handhubwagen bzw. Handameise bewegen. Genauso kann es sein, dass sich Personen zu Kontrolltätigkeiten auf diesem Verkehrsweg bewegen. Welche Abmessungen muß dann der Verkehrsweg haben, wenn das Transportmittel 0,80 m breit ist? Muss man einen Gehweg in einem Verkehrsweg gesondert kennzeichnen oder reicht eine entsprechend breite Aussenmakierung des Verkehrsweges? Sollte man ggf. einen Gehweg mit einzeichnen müssen, reicht es dann, diesen nur auf einer Seite einzuzeichnen oder muss ein Gehweg beidseitig vorhanden sein?

Antwort:

Verkehrswege, einschließlich Treppen, fest angebrachte Steigleitern und Laderampen müssen gem. der Arbeitsstättenverordnung - ArbStättV so angelegt und bemessen sein, dass sie je nach ihrem Bestimmungszweck leicht und sicher begangen oder befahren werden können und in der Nähe Beschäftigte nicht gefährdet werden. Die Bemessung der Verkehrswege, die dem Personenverkehr, Güterverkehr oder Personen- und Güterverkehr dienen, muss sich nach der Anzahl der möglichen Benutzer und der Art des Betriebes richten. Werden Transportmittel auf Verkehrswegen eingesetzt, muss für Fußgänger ein ausreichender Sicherheitsabstand gewahrt werden. (Ziffer 1.8 des Anhangs zur ArbStättV).

Die Arbeitsstätten-Richtlinie ASR 17/1,2 "Verkehrswege" konkretisiert die Anforderungen der ArbStättV. Gemäß der Ziffer 2.4 "Maße" derASR 17/1,2 werden Breiten der Verkehrswege (Fahrverkehr) in Abhängigkeit des Transportmittels bzw. Ladegutes vorgegeben. Dabei wird zu der Breite des Ladegutes bzw. des Transportmittels ein Mindestrandzuschlag von 2 x 0,5 m (2 x 0,75 m bei gleichzeitigem Gehverkehr) angesetzt. Bei Gegenverkehr muss dieser entsprechend erhöht werden (Begegnungszuschlag). Die Längen des Transportgutes und die erforderlichen Wenderadien müssen ebenfalls berücksichtigt werden. Gegebenenfalls kann auch bei Gegenverkehr der Verkehrsweg bei genügend Ausweichstellen einspurig geführt werden. Dies muss aber anhand der Örtlichkeit im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden.

Unter Ziffer 1.8 (5) des Anhangs zur ArbStättV wird aufgeführt, dass die Begrenzungen der Verkehrswege gekennzeichnet sein müssen, soweit die Nutzung und Einrichtung der Räume es zum Schutz der Beschäftigten erfordern.

Diese Kennzeichnungspflicht wurde im § 17 Abs. 4 der alten (nicht mehr gültigen !) Arbeitsstättenverordnung konkretisiert. Hier bestand die Pflicht der Kennzeichnung der Verkehrswege in Arbeits- und Lagerräumen mit mehr als 1000 m², unter bestimmten Gegebenheiten auch mit weniger als 1000 m².

Das Schutzziel des Anhangs Ziffer 1.8 (5) ist identisch mit der bisherigen Vorschrift der § 17 Abs. 4 der alten ArbStättV.

 

In der ASR 17/1,2 "Verkehrswege" wird unter Ziff. 3.1 aufgeführt, dass Verkehrswege als solche erkennbar sein müssen und erforderlichenfalls von den übrigen mit ihnen in einer Ebene liegenden Flächen sichtbar abgegrenzt werden müssen ( z. B. Farbe, Bodenbeläge, Bodennägel, Markierungsleuchten, Leitplanken, Geländer, Lagergut). Dies gilt auch für Gehwege, wenn sie vom Fahrverkehr getrennt werden sollen.

Eine Markierung der Verkehrswege ist darüber hinaus in allen Betrieben zu empfehlen, wo erfahrungsgemäß Verkehrswege durch Abstellen von Gegenständen eingeengt werden. Jedem Mitarbeiter wird dadurch ein eindeutiger optischer Hinweis gegeben auf Verkehrsflächen einerseits- und Lager- und sonstige Flächen andererseits. Siehe dazu das Merkblatt M 11 "Innerbetriebliche Verkehrswege"der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution (BGHW).

Hinweis: Nach § 8 der neuen ArbStättV gelten die bestehenden Arbeitsstätten-Richtlinien – ASR – weiter, bis entsprechende neue Regeln durch den Ausschuss für Arbeitsstätten erarbeitet und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bekannt gemacht werden, längstens jedoch bis 2010.

Stand: April 2009