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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Atemschutzmasken werden zur Vorbeugung der neuen Grippe/Schweinegrippe empfohlen?

KomNet Dialog 8031

Stand: 01.12.2016

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Persönliche Schutzmaßnahmen (6.)

Dialog
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Frage:

Zur Vorbeugung der Schweinegrippe wollen wir Atemschutz für 600 Mitarbeiter kaufen. Reichen da die normalen Hygienemasken oder müssen es unbedingt die Atemschutzmasken der Schutzstufe FFP3 (Schutz gegen Viren, Bakterien unw.) sein? Wenn P3 Masken empfohlen werden, kann ich diese den Mitarbeitern ggf. 8 Stunden zumuten? Deshalb die Nachfrage ob Hygienemasken ausreichen oder FFP 1 oder P2? Zudem sind FFP 3 Masken sehr teuer.

Antwort:

Im Beschluss 609"Arbeitsschutz beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza" des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe werden unter dem Punkt 6.3 Informationen zum Atemschutz gegeben:

"Neben den Anforderungen an die Händehygiene kommt bei den relevanten Übertragungswegen dem Atemschutz eine besondere Rolle zu.
Hinweis: Eine Zuordnung verschiedener Tätigkeiten zum Atemschutz ist aus der Tabelle (Anlage 1) ersichtlich. Die Eigenschaften von FFP-Masken und MNS sind in Anlage 2 beschrieben.

6.3.1 Verwendung von FFP2- oder FFP3-Masken
In folgenden Fällen sind mindestens FFP2-Masken von den Beschäftigten zu tragen:

  • bei der Untersuchung, Behandlung, Pflege und Versorgung von Patienten, die an einem Influenza-Erreger der Risikogruppe 3 erkrankt sind oder die als Verdachtsfall gelten,
  • bei der Untersuchung, Behandlung, Pflege und Versorgung von Patienten, die an einem Influenza-Erreger der Risikogruppe 2 erkrankt sind oder die als Verdachtsfall gelten, wenn die Patienten keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

FFP3-Masken sind bei Tätigkeiten, bei denen das Husten des Patienten provoziert wird, z.B. während einer Bronchoskopie, Intubation oder beim Absaugen, zu tragen.
Beispiele siehe Nummer 7.

6.3.2 Hinweise zum korrekten Sitz von FFP-Masken
Prüfung mit Überdruck: nach dem Anlegen der partikelfiltrierenden Halbmaske ist das Ausatemventil (sofern vorhanden) zu verschließen. Durch leichtes Ausatmen der Luft entsteht in der Maske ein spürbarer Überdruck. Bei Ausströmen von Luft über den Dichtrand muss die Maske neu angepasst werden. Ist ein Verschließen des Ausatemventils nicht möglich, kann diese Methode nicht angewendet werden.
Prüfung mit Unterdruck: Die partikelfiltrierende Halbmaske ist mit beiden Händen zu umschließen. Durch tiefes Einatmen und Anhalten der Luft entsteht in der Maske ein Unterdruck. Bei Einströmen von Luft über den Dichtrand muss die Maske neu angepasst werden.
Noch besser geeignet als die oben beschriebenen Prüfungen und deshalb empfohlen wird die Durchführung eines so genannten Fit-Tests, mit dem der Dichtsitz von Masken qualitativ oder quantitativ beim Träger der Maske bestimmt werden kann [21].
Es wird darauf hingewiesen, dass beim Tragen eines Bartes im Bereich der Dichtlinie von Atemschutzgeräten die erwartete Schutzwirkung wegen des schlechten Dichtsitzes nicht zu erreichen ist.


6.3.3 Hinweise zur Tragedauer und Wiederverwendbarkeit von FFP-Masken
FFP-Masken weisen nur einen geringfügig erhöhten Atemwiderstand sowie ein geringes Gewicht auf [12]. Sie gehören der Atemschutzgeräte-Gruppe 1 an.1
Laut Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ist bei Tätigkeiten, die das Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 erfordern, den Trägern eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung anzubieten.

FFP-Masken sind aus hygienischen Gründen nach der Benutzung zu entsorgen.
Für den Fall, dass während einer Pandemie FFP-Masken nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen und nur die Möglichkeit besteht, auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen, können diese ausnahmsweise unter folgenden Bedingungen auch mehrfach, jedoch längstens über eine Arbeitsschicht, eingesetzt werden [siehe auch 15]:

  • vor und nach dem Absetzen der Maske sind die Hände zu desinfizieren, Kontaminationen der Innenseite sind zu vermeiden,
  • die Maske wird nach Gebrauch trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern!) und
  • die Maske wird anschließend vom selben Träger benutzt (der Zugriff durch andere Personen muss ausgeschlossen sein)."