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KomNet-Wissensdatenbank

Wer darf einen FI-Schutzschalter wieder aktivieren, der den Stromfluss nach Überlastungen des Netzes unterbrochen hat?

KomNet Dialog 7997

Stand: 20.01.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

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Frage:

In unseren Betrieben kommt es gelegentlich zu Überbelastungen des Stromnetzes mit der Folge, das der FI-Schutzschalter den Stromfluss unterbricht. Darf der FI-Schutzschalter durch jeden Mitarbeiter wieder aktiviert werden, der durch den Betriebsleiter einen Zugang zu der Unterverteilung bekommen hat. Oder müssen die ausgewählten Mitarbeiter für diesen Fall eine Schulung durch eine Elektrofachkraft bekommen und nennen sich diese dann elektronisch unterwiesene Personen?

Antwort:

Verteilungen und Schalttafeln müssen gegen unbefugtes Benutzen gesichert werden, z. B. durch Türen oder Abdeckungen. In Verteilungen und Schalttafeln müssen zum Schutz vor Berührung alle unter Spannung stehenden Teile isolierend abgedeckt sein. Offene Bereiche neben Sicherungsautomaten müssen durch Kunststoffeinlagen ausgefüllt werden, fehlende Schraubsicherungen sind durch Schraubkappen zu ersetzen. Schraubsicherungen müssen mit einem Glasplättchen versehen sein. Durch eine entsprechende Kennzeichnung und Beschriftung muss die Zuordnung der Sicherungselemente zu den einzelnen elektrischen Verbrauchern eindeutig und rasch erkennbar sein. Unter diesen Voraussetzungen kann auch ein elektrotechnischer Laie den FI-Schutzschalter bedienen. Weitere Informationen hierüber gibt das Merkblatt M 36der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (www.bghw.de).
Vergleiche auch die Norm für Leitungsschutzschalter (VDE 0641-11 - Elektrisches Installationsmaterial - Leitungsschutzschalter für Hausinstallationen und ähnliche Zwecke).

Hinweis:  
Ist bei einer elektrischen Anlage oder einem elektrischen Betriebsmittel ein Mangel festgestellt worden, d. h. entsprechen sie nicht oder nicht mehr den elektrotechnischen Regeln, so hat der Unternehmer gemäß § 3 der DGUV Vorschrift 3 "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel"(bisher: BGV A 3; zu finden über www.dguv.de/publikationen)  dafür zu sorgen, dass der Mangel unverzüglich behoben wird und, falls bis dahin eine dringende Gefahr besteht, dafür zu sorgen, dass die elektrische Anlage oder das elektrische Betriebsmittel im mangelhaften Zustand nicht verwendet wird.

Weiter hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel nur von einer Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft den elektrotechnischen Regeln entsprechend errichtet, geändert und instandgehalten werden. Der Unternehmer hat ferner dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den elektrotechnischen Regeln entsprechend betrieben werden.