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KomNet-Wissensdatenbank

Ab welcher Absturzhöhe müssen vertikale Steigleitern für Anlagen in Stahlbauausführung mit Absturzsicherung mittels Rückenschutzkorb ausgerüstet werden?

KomNet Dialog 7726

Stand: 07.04.2009

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

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Frage:

Ab welcher Absturzhöhe müssen vertikale Steigleitern für Anlagen in Stahlbauausführung mit Absturzsicherung mittels Rückenschutzkorb ausgerüstet werden? Aufstiegsleitern dienen für Anlagenfahrer als Zugang für Kontroll-,Wartungs- und Reparaturarbeiten. Ist darüber hinaus eine zusätzliche Absturzsicherung an der Einstieg- und Ausstiegstelle mittels selbstschließenden Rohrbügels erforderlich?

Antwort:

Anforderungen an Steigleitern und Steigeisengänge findet man in der neuen Arbeitsstättenverordnung im Anhang nach § 3 Abs. 1. Unter Ziffer 1.11 (a) wird aufgeführt, dass Steigleitern nach Notwendigkeit über Schutzeinrichtungen gegen Absturz, vorzugsweise über Steigschutzeinrichtungen, verfügen müssen sowie nach (b) an ihren Austrittstellen eine Haltevorrichtung haben (Ziffer 1.11 des Anhangs zur ArbStättV).
Nach § 8 der neuen ArbStättV gelten die bestehenden Arbeitsstätten-Richtlinien – ASR – weiter, bis entsprechende neue Regeln durch den Ausschuss für Arbeitsstätten erarbeitet und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bekannt gemacht werden, längstens jedoch bis 2010.
Konkretisierende Anforderungen zu Steigeisengängen und Steigleitern werden in der ASR 20 "Steigeisengänge und Steigleitern" erläutert.
Unter Ziffer 6.2. wir konkretisiert, dass Steigeisengänge und Steigleitern mit mehr als 5 m Absturzhöhe müssen, soweit es betrieblich möglich ist, Einrichtungen zum Schutz gegen Absturz von Personen haben und nach Ziffer 6.4 sollen ..... Steigleitern mit Absturzhöhen von mehr als 10 m mit Einrichtungen ausgerüstet sein, die den Einsatz von Steigschutz ermöglichen.
Informationen zur Gestaltung der Ein- und Ausstiegsstellen können sie ebenfalls den Ziffern 5 und 6 der ASR 20 entnehmen. Der Arbeitgeber kann abweichend von den Vorschriften Ersatzmaßnahmen treffen, wenn die Sicherheit auf andere Weise gewährleistet ist. Allerdings ist eine 100% Lösung bei allen Steigewegen eine vertikale Absturzsicherung, da der Rückenschutz keine Sicherung des Steigenden bewirkt.
Der Arbeitgeber muss im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) die vorhandenen Gefährdungen ermitteln und festlegen, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes getroffen werden. Bei der Festlegung der Arbeitsschutzmaßnahmen bzw. Ersatzmaßnahmen muss der Arbeitgeber u. a. den Stand der Technik berücksichtigen. Der Stand der Technik wird u. a. in den Technischen Regeln und den Berufsgenossenschaftlichen Vorschriften konkretisiert.
Hinweis: Durch Änderungen in den Linkverweisen des BG-Regelwerkes gehen derzeit einige der in den Dialogen der KomNet-Datenbank eingebundenen Links fehl. Das berufsgenossenschaftliche Regelwerk wird unter http://publikationen.dguv.de  angeboten.
Arbeitsschutzvorschriften können Sie unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.php   oder www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032 aufrufen.