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Welchen Unterschied gibt es zwischen den Signalwörtern "Gefahr" und "Achtung"? Wann ist welches zu verwenden (GHS-Verordnung)?

KomNet Dialog 7722

Stand: 10.06.2009

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Allgemeine Fragen zum Gefahrstoffrecht > Allgemeine Informationen

Dialog
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Frage:

Mit der neuen CLP-Richtlinie werden sich die Produktetiketten ändern. Meiner Meinung nach müssen die neuen Piktogramme, ein Signalwort, die Gefahrenhinweise (H-Sätze) und die Sicherheitshinweise (P-Sätze) auf den Etiketten enthalten sein. Dazu habe ich zwei konkrete Fragen: - Welchen Unterschied gibt es zwischen den Signalwörtern "Gefahr" und "Achtung". Wann ist welches zu verwenden? - Welches Signalwort ist bei einem Gemisch, das 50% Borsäure enthält, nach der neuen CLP-Richtlinie zu verwenden?

Antwort:

Für physikalische Gefahren, Gesundheits- und Umweltgefahren definiert die EG-GHS-Verordnung sogenannte Gefahrenklassen. Eine Gefahrenklasse ist unterteilt in Gefahrenkategorien, im Regelfall differenziert nach der Schwere der betreffenden Gefahr. Jeder Gefahrenkategorie ist ein Gefahrensatz (vergleichbar den bisherigen R-Sätzen), ein Piktogramm sowie ein Signalwort ("Gefahr" oder "Achtung")) zugeordnet, ferner Sicherheitssätze (vergleichbar den bisherigen S-Sätzen).
Dabei ist das "Signalwort" ein Wort, das das Ausmaß der Gefahr angibt, um den Leser auf eine potenzielle Gefahr hinzuweisen; Es wird zwischen folgenden zwei Gefahrenausmaßstufen unterschieden:
a) "Gefahr": Signalwort für die schwerwiegenden Gefahrenkategorien;
b) "Achtung": Signalwort für die weniger schwerwiegenden Gefahrenkategorien. (Art. 2 Nr. 4 der VO)

 

Nach Artikel 29 der VO gilt:
"(1) Das Kennzeichnungsetikett enthält das relevante Signalwort entsprechend der Einstufung des gefährlichen Stoffes oder
Gemisches.
(2) Welches Signalwort der jeweiligen Einstufung entspricht, ist in den Tabellen in Anhang I Teile 2 bis 5 angegeben, in denen die für die einzelnen Gefahrenklassen erforderlichen Kennzeichnungselemente aufgeführt sind.
(3) Wird das Signalwort „Gefahr“ auf dem Kennzeichnungsetikett verwendet, erscheint das Signalwort „Achtung“ dort nicht."

Nach dem bisherigen Einstufungsrecht der Rl. 67/548/EWG war für Borsäure (CAS 10043-35-3) ab einer Konzentration größer oder gleich 5,5 % die Einstufung Reproduktionstoxisch Kategorie 2 (Kennz.: Giftig - T) mit dem Gefahrensätzen R 60 und R 61 verbindlich. Anhand des GHS-Konverter der BG Chemie (http://www.gischem.de/ghs/konverter/index.htm) kann überschlägig die neue Kennzeichnung zum Symbol: GHS08 (Gesundheitsgefahr) und dem Signalwort: "Gefahr" mit dem Gefahrenhinweis:
"H360FD: Kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Kann das Kind im Mutterleib schädigen.", ermittelt werden. 

Informationen zu Borsäure finden sie unter anderem auch unter http://www.baua.de/nn_38856/de/Themen-von-A-Z/Gefahrstoffe/TRGS/pdf/900/900-borsaeure-und-natriumborate.pdf

Informationen zur Einstufung und Kennzeichnung nach GHS Verordnung finden sie unter www.baua.de und  http://www.gefahrstoff-info.de/GHS_REACH.htm.