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Gibt es eine gesetzliche Grundlage für Fingerschutz an Türen in Kitas?

KomNet Dialog 7356

Stand: 15.12.2020

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gestaltung von Arbeitsplätzen > Schulen, Kindergärten

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Frage:

Gibt es eine gesetzliche Grundlage für Fingerschutz an Türen in Kitas? Wenn der Fingerschutz an einer Brandschutztür angeschraubt wird, ist die Tür dann noch eine Brandschutztür?

Antwort:

In der DGUV Vorschrift 82 "Kindertageseinrichtungen" ist in § 13 nachzulesen, dass Scherstellen an Nebenschließkanten von Türen zu vermeiden sind. Weiterhin müssen Griffe, Hebel und Schlösser so beschaffen und angeordnet sein, dass durch bestimmungsgemäßen Gebrauch Gefährdungen für Kinder verhindert werden.

Informationen, wie dies umgesetzt werden kann, finden sich in der DGUV Regel 102-002 unter dem Punkt 3.3.10.


Unter Nennung des Punktes 3.3.10 der DGUV Regel 102-002 (im Dokument noch unter der alten Bezeichnung: GUV SR 2) wird unter Abschnitt 3.3 der "Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung in Kindertageseinrichtungen" der Unfallkasse Sachsen als Prüfkriterium genannt: "Sind Kindern zugängliche Türen an der hinteren Schließkante mit Fingerklemmschutz versehen?"

In Kitas ist demnach der Fingerklemmschutz grundsätzlich als Stand der Technik anzusehen. Türen, die einen Fingerklemmschutz benötigen, sind aber einzelfallbezogen festzulegen.


Wir empfehlen, das Thema Fingerschutz an Türen in Kitas mit dem jeweils für die Kita zuständigen Unfallversicherungsträger zu erörtern und zu klären.


Bei Brandschutztüren ist die bautechnische Zulassung grundsätzlich nicht mehr gewährleistet, wenn Änderungen an den Türen vorgenommen werden. Diesbezüglich empfehlen wir, dass Sie mit der zuständigen Bauaufsichtsbehörde und/oder dem Deutschen Institut für Bautechnik -DIBT (http://www.dibt.de) Kontakt aufnehmen und den Sachverhalt klären. Auskünfte dazu kann ggf. auch der Hersteller geben.


Hinweis:

Auf die Internetseite www.sichere-kita.de möchten wir hinweisen.