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KomNet-Wissensdatenbank

Ist bei der Lagerung von Druckgaspackungen die Lagermenge von Bedeutung?

KomNet Dialog 7348

Stand: 01.01.2012

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Lagerung von Druckbehältern

Dialog
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Frage:

Unsere Firma hat in ihrem Verkaufssortiment Druckgaspackungen. Bei uns erfolgt nur Zwischenlagerung (Lagergröße II). Es sind ca. max. 20.000 Stk. mit einem Inhalt von jeweils 0,075 l x 20.000 = 1.500 l; Inhalt = n-Butan, UN-Nr.1950. Laut TRG 300 Pkt. 6.2.2 müssen für Läger der Größe II zusätzliche Anforderungen erfüllt werden. Meine Frage: spielt die zu lagernde Menge gar keine Rolle? Oder gibt es weitere Regeln und Informationen, wo dies beschrieben ist, die ich nicht kenne? Darf ich diese Menge an Druckgaspackungen lagern? Gibt es Wege, wie man die Sicherheit ohne die Erfüllung dieser Anforderungen nach TRG 300 Pkt. 6.2.2 erfüllt?

Antwort:

Bei der Lagerung von Druckgaspackungen ist nicht die Lagermenge, sondern, wie in der TRGS 300 erläutert, die Grundfläche des Lagerraumes von grundsätzlicher Bedeutung.

Unter § 4 Absatz 2 der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist geregelt, dass der Arbeitgeber bei den Maßnahmen die vom Ausschuss für Betriebssicherheit ermittelten und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Bundesarbeitsblatt oder im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlichten Regeln und Erkenntnisse zu berücksichtigen hat. Die Maßnahmen müssen dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 der BetrSichV und dem Stand der Technik entsprechen.

Eine ähnliche Regelung hat der § 8 der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) zum Inhalt, wonach der Arbeitgeber vorrangig die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales nach § 21 Absatz 4 der GefStoffV bekannt gemachten Regeln und Erkenntnisse des Ausschusses für Gefahrstoffe zu beachten hat. Bei Einhaltung der genannten Regeln und Erkenntnisse ist in der Regel davon auszugehen, dass die in der Verordnung gestellten entsprechenden Anforderungen erfüllt sind. Von diesen Regeln und Erkenntnissen kann abgewichen werden, wenn durch andere Maßnahmen zumindest in vergleichbarer Weise der Schutz der Gesundheit und die Sicherheit der Beschäftigten gewährleistet wird. Dies ist in der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung zu begründen.

Aus gefahrstoffrechtlicher Sicht sind hier insbesondere die TRGS 721, 722 und 723 zu nennen, welche Regelungen bezüglich gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre treffen.

Aus den v.g. Regelungen ergibt sich, dass grundsätzlich im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu klären ist, dass die Anforderungen des anzuwendenden technischen Regelwerkes erfüllt sind. Werden die Anforderungen nicht erfüllt, muss die Sicherheit durch andere Maßnahmen zumindest in vergleichbarer Weise gewährleistet werden. Dieses ist in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren.

Rechtsvorschriften zum Arbeitsschutz können Sie abrufen unter:
http://www.arbeitsschutz.nrw.de/Service/rechtsvorschriften/index.phpoder
www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16032  

Das berufsgenossenschaftliche Regelwerk wird unter http://publikationen.dguv.deangeboten.