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KomNet-Wissensdatenbank

Ist die Verwendung von Motorsägen ohne Kettenbremse im gewerblichen Kontext erlaubt?

KomNet Dialog 7289

Stand: 15.04.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Inwiefern ist die Verwendung von Motorsägen ohne Kettenbremse im gewerblichen Kontext erlaubt. Gibt es hier einen Bestandsschutz bei Altgeräten?

Antwort:

Die in der Frage angesprochene Motorsäge ist ein Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung.
Nach Anhang 1 Ziffer 2.4 der Betriebssicherheitsverordnung müssen kraftbetriebene Arbeitsmittel mit mindestens einer Notbefehlseinrichtung versehen sein, mit der gefahrbringende Bewegungen oder Prozesse möglichst schnell stillgesetzt werden, ohne zusätzliche Gefährdungen zu erzeugen.
Ihre Stellteile müssen schnell, leicht und gefahrlos erreichbar und auffällig gekennzeichnet sein.

Umfangreiche Informationen zur Anwendung bei forstlicher Tätigkeit erhalten sie über den Fachverband http://www.unfallkassen.de/webcom/show_article.php/_c-529/_nr-6/sc-3/i.html

Nach einem Merkblatt "Waldarbeit" der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft besteht eine Motorsäge mit allen sicherheitstechnischen Einrichtungen aus (http://www.lsv.de/fob/08service/service02/service021/service0211/index.html; siehe auch analog Ziffer 10 der GUV-I 8556 (http://regelwerk.unfallkassen.de) und die Normen DIN EN ISO 11681 Teile 1 und 2, www.beuth.de) :
Vibrationsgedämpfte Griffe 
Handschutz (zugleich Auslösung der Kettenbremse)
Kettenbremse
Handschutz im Bereich des hinteren Griffes
Kettenfang - Schutz gegen Verletzung bei Kettenriss
Krallenanschlag zur sicheren Führung bei Fäll und Ablängschnitten
Gashebelsperre verhindert unbeabsichtigtes Anlaufen der Sägekette
Kurzschlussschalter setzt den Motor still
Auspuffabschirmung - gegen Verbrennungen
Kettenschutz - Schutz beim Transport
Griffrohrheizung gegen Durchblutungsstörungen

Auf Grund der durchgeführten Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber zu dem Ergebnis gelangen, dass nur Motorsägen mit den zuvor beschriebenen Sicherheitseinrichtungen (inkl. Kettenbremse) von Beschäftigten benutzt werden dürfen. Ein Bestandsschutz kann hier nicht geltend gemacht werden (Vergleiche dazu § 4 Abs. 1 und § 7 Abs. 2 BetrSichV).