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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Maßnahmen sind zu treffen, wenn im Betrieb Stähle festgestellt werden, die mit radioaktiven Isotopen kontaminiert sind?

KomNet Dialog 7161

Stand: 26.03.2009

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Umgang mit radioaktiven Stoffen

Dialog
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Frage:

In unserem Betrieb werden in großem Umfang rostfreie Stähle unterschiedlicher Herkunft verarbeitet. Nachdem jetzt Stähle aufgetaucht sind, die mit radioaktiven Isotopen kontaminiert sind, ergeben sich Unsicherheiten, auch von Seiten unserer Kunden. a.) Ist die Überprufung von Stahl-Lieferungen mittels eines handelsüblichen Geiger-Müller-Zählers ausreichend? b.) Ab welchen Werten ist eine Lieferung als belastet anzusehen, und ab wann sind weiterführende Maßnahmen (z.B. Sperrung, Sicherstellung) erforderlich.

Antwort:

Grundsätzlich regelt die Strahlenschutzverordnung -StrlSchV- den Umgang mit sonstigen radioaktiven Stoffen.
Die Strahlenschutzverordnung hält für alle Isotope Grenzwerte vor. Werden diese Grenzwerte überschritten, dann ist eine Genehmigung zum Umgang mit radioaktiven Stoffen erforderlich.
Genehmigungsfrei ist
1. der Umgang mit radioaktiven Stoffen, deren Aktivität die Freigrenzen der Anlage III Tabelle 1 Spalte 2 nicht überschreitet.
2. der Umgang mit Stoffen, deren spezifische Aktivität die Freigrenzen der Anlage III Tabelle 1 Spalte 3 nicht überschreitet.

Zu Ihren Fragen:
zu a) Mit einem Geiger-Müller-Zähler können Sie in erster Linie überprüfen, ob Gammaaktivität vorhanden ist. Besser ist hier ein Kontaminationsmonitor.
Stellen Sie damit eine um den doppelten Nulleffekt steigenden Wert fest, kann davon ausgegangen werden, dass Radioaktivität vorhanden ist.
zu b) Ab dem doppelten Nulleffekt kann davon ausgegangen werden, dass Radioaktivität vorhanden ist. Weitere Maßnahmen müssen dann eingeleitet werden. Eine Lagerung der Stähle in einem gesicherten Bereich wäre von Vorteil.
Die örtlichen Ordnungsbehörden sind in diesem Fall zu informieren. Nur ein Sachverständiger mit entsprechenden Messgeräten ist in der Lage, die tatsächliche vorhandene spezifische Aktivität zu bestimmen.
In diesem Zusammenhang verweisen wir auf das Merkblatt „Überwachung von Metallschrott auf radioaktive Bestandteile“, BGI 723 (http://publikationen.dguv.de), der Maschinenbau- und Metallberufsgenossenschaft.
Derzeit sind die Behörden, u.a. der Bundesumweltminister, mit den Unternehmen im Gespräch.
Eine abschließende Vereinbarung wie mit den kontaminierten Edelstählen zu verfahren ist, wurde noch nicht getroffen.
Einig sind sich alle Beteiligten, dass die gelagerten Produkte, auch wenn die Kontamination deutlich unterhalb der zulässigen Freigrenzen liegt, nicht mehr auf den Markt gelangen sollen.
Arbeitsschutzvorschriften sowie weitere Rechtsvorschriften können Sie unter 

http://www.arbeitsschutz.nrw.de/service/rechtsvorschriften/index.php aufrufen.