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Dürfen Behälter zur Lagerung von biologischen Proben in flüssigem Stickstoff sowie die zugehörigen Vorratsbehälter mit Flüssigstickstoff in einem Raum unter Erdgleiche gelagert werden?

KomNet Dialog 7106

Stand: 19.03.2009

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Biostoffen > Allgemeine Schutzmaßnahmen (6.)

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Frage:

Dürfen Behälter zur Lagerung von biologischen Proben in flüssigem Stickstoff sowie die zugehörigen Vorratsbehälter mit Flüssigstickstoff in einem Raum unter Erdgleiche gelagert werden, wenn dort eine entsprechende technische Lüftung mit bodennaher Absaugung und eine Warneinrichtung für Sauerstoffmangel vorhanden ist?

Antwort:

Beim Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen kommt die Biostoffverordnung - BioStoffV und kommen die technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe - TRBS zur Anwendung.  Einer Lagerung von biologischen Arbeitsstoffen stehen  die v.g. Vorschriften nicht entgegen.
Bezüglich der Lagerung des Flüssigstickstoffs unter Erdgleiche ist folgendes zu beachten:

1.3. Sauerstoffmangel
Beim Verdampfen von tiefkalt verflüssigtem Stickstoff (LIN = liquid nitrogen) entstehen aus 1 Liter LIN ca. 700 Liter gasförmiger Stickstoff.
Gefahren:
Durch Anreicherung von Stickstoff in der Luft vermindert sich die Sauerstoffkonzentration, d.h. Sauerstoffmangel kann entstehen, der mit den menschlichen Sinnesorganen nicht feststellbar ist.
Personen, die sich in sauerstoffarmer Atmosphäre (weniger als 17 Vol.-% O2) aufhalten, können ohne Vorwarnung und sehr schnell bewußtlos werden und ersticken. Dieses Risiko tritt im Freien nur selten auf.
In Räumen mit LIN-Anlagen, insbesondere mit offenen Kryobehältern, muß diese Gefahr jedoch beachtet werden.

Schutzmaßnahmen:
Mit LIN gefüllte Kryobehälter dürfen nur in Fahrzeugen befördert werden, wenn 
· sie für den Straßentransport zugelassen sind,
· sie im fahrzeug gegen Umfallen gesichert sind,
· der Laderaum offen ist oder be- und entlüftet wird.

Räume mit LIN-Kryobehältern müssen ausreichend be- und entlüftet sein. Technische Lüftung mit definierten Zu- und Abluftströmen ist zu bevorzugen.
Die Abluftöffnungen müssen im unteren Raumteil angeordnet werden, da verdampfender Stickstoff kalt und schwerer als Luft ist und sich deshalb vorrangig am Fußboden ausbreitet. Zu- und Abluftöffnungen dürfen nicht verschlossen werden. Die Räume können mit einer automatischen Warneinrichtung für Sauerstoffmangel ausgerüstet werden, deren Sensoren im unteren Raumteil anzuordnen sind.
Alternativ kann man die Mitarbeiter mit tragbaren Sauerstoffmangel-Warngeräten ausstatten. Die Entscheidung für derartige Warneinrichtungen ist in Abhängigkeit von den örtlichen und betrieblichen Gegebenheiten zu treffen.

Die Details der nötigen Schutzmaßnahmen bei einer Lagerung von Flüssigstickstoff in einem Raum unter Erdgleiche sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und festzulegen. Dabei sollte eine lüfttungstechnische Fachfirma hinzugezogen werden.