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KomNet-Wissensdatenbank

Wie ist die Ausbildung von Ersthelfern geregelt?

KomNet Dialog 71

Stand: 17.10.2014

Kategorie: Betriebliches Arbeitsschutzsystem > Beauftragte / Bestellte > Ersthelfer

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Frage:

Welche Unternehmen sind dazu verpflichtet, Mitarbeiter zu Ersthelfern auszubilden? Ab welcher Beschäftigtenzahl besteht diese Verpflichtung? Auf welcher Rechtsgrundlage besteht eine etwaige Verpflichtung? Wieviele Mitarbeiter müssen geschult werden? Sind Voraussetzungen für die Teilnahme an der Schulung seitens der Mitarbeiter zu erfüllen? In welchem zeitlichen Turnus müssen die Schulungen von dem einzelnen Mitarbeiter wiederholt werden? Wer trägt die Kosten für die Schulungen? Wer kann und wer darf Ersthelfer-Schulungen durchführen?

Antwort:

Grundsätzlich ist jedes Unternehmen, unabhängig von der Beschäftigtenanzahl, verpflichtet, Mitarbeiter zu Ersthelfern auszubilden. Diese Verpflichtung beruht auf folgenden Rechtsgrundlagen:

§ 10 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG);
§ 26 DGUV Vorschrift (bisher: BGV A1)
Ziffer 4.8 der DGUV Regel (bisher: BGR A1)

Die Zahl der ausgebildeten Ersthelfer ist abhängig von der Beschäftigtenzahl, und u.U. auch von der Art des Betriebes. Bei bis zu 20 anwesenden Versicherten muss mindestens ein Ersthelfer zur Verfügung stehen, bei mehr als 20 anwesenden Versicherten in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5%, in sonstigen Betrieben 10%.

In den Vorschriften zur Auswahl der auszubildenden Mitarbeiter sind keine speziellen Voraussetzungen genannt, allerdings befreit ”fehlende körperliche, geistige oder psychische Eignung” von der Verpflichtung jedes Versicherten selbst, sich zum Ersthelfer ausbilden zu lassen.

Die Schulungen selbst müssen von den einzelnen Mitarbeitern in ”angemessenen Zeitabständen” aufgefrischt werden. D.h. innerhalb von 2 Jahren müssen Fortbildungen absolviert werden. Die Kosten müssen vom Arbeitgeber getragen werden, da es in seiner Pflicht liegt, Ersthelfer zur Verfügung zu stellen.

Ausbildungstellen für Ersthelfer können bei der DGUV abgefragt werden.