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Sind Hydraulikölkolben, mit deen Teile mit einem Gesamtgewicht von bis zu 12 Tonnen (bei etwa 4 bar Anpressdruck) gedrückt werden, prüf- oder überwachungspflichtig?

KomNet Dialog 6960

Stand: 06.02.2009

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Prüfpflichtige Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Sind Hydraulikölkolben, mit denen Teile mit einem Gesamtgewicht von bis zu 12 Tonnen (bei etwa 4 bar Anpressdruck) gedrückt werden, besonders überwachungspflichtig ähnlich TÜV / UVV. Wenn ja, reicht eine befähigte Person?

Antwort:

Ein Hydraulikaggregat ist wie die Gesamtanlage (z.B. Transportwagen) ein Arbeitsmittel nach Betriebssicherheitsverordnung -BetrSichV. Ob die Druckspeicher des Hydraulikölkolben durch eine zugelassene Überwachungsstelle (z.B. TÜV) regelmäßig geprüft werden müssen, hängt neben dem Durchflussmedium vom Druck und dem Volumen der Speicher ab. Die Kategorie wird aus den Diagrammen aus dem jeweiligen Anhang der Richtlinie 97/23/EG (Druckgeräterichtlinie) ermittelt. Bezüglich der Kategorie ergeben sich aus der Betriebssicherheitsverordnung die Höchstprüffristen.
Ist das Produkt aus Volumen und Druck nicht größer als 200 (siehe Art. 3 Abs. 1 Nr. 1.1 b) DGRL) sind die Behälter keine überwachungsbedürftigen Anlagen im Sinne der BetrSichV (siehe § 1 Abs. 2 BetrSichV), d.h. der 3. Abschnitt der BetrSichV "Besondere Vorschriften für überwachungsbedürftige Anlagen" findet keine Anwendung. Dann sind auch keine Höchstfristen für wiederkehrende Prüfungen nach § 15 BetrSichV vorgeschrieben. 
Das Hydraulikaggregat ist jedoch Arbeitsmittel und als solches auch zu prüfen. Art, Umfang und Fristen sind vom Arbeitgeber zu ermitteln. Hierbei sollte auf jeden Fall die Betriebsanweisung des Herstellers berücksichtigt werden. Die Prüffristen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung (§ 3 BetrSichV) zu ermitteln. Hier sind Faktoren wie Einsatzzeit, Einsatzort etc.zu berücksichtigen. Art und Umfang der Prüfung sind auch in der Gefährdungsbeurteilung festzulegen (Sichtprüfung, Funktionsprüfung etc.).
Der Arbeitgeber muss geeignete Personen, d.h. Personen die über entsprechende Qualifikationen verfügen, mit den Prüfungen der Arbeitsmittel beauftragen. Dies kann je nach Prüfaufgabe ein unterwiesener Beschäftigter sein oder ein Sachkundiger. Prüfverpflichtungen ergeben sich u.U. aus § 10 der BetrSichV. Als Prüfperson ist dann eine befähigte Person vorgesehen. Konkretisierungen können sie den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) ; z.B. TRBS 1201 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen " und TRBS 1203 "Befähigte Personen - Allgemeine Anforderungen", entnehmen.