Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Was muss unsererseits veranlasst werden, wenn Kalkschlamm einer Kläranlage zur Entsorgung übergeben wird?

KomNet Dialog 6821

Stand: 09.09.2009

Kategorie:

Dialog
Favorit

Frage:

Wir bereiten Grundwasser zu Trinkwasser auf. Zur Entsäuerung wird dem Wasser Kalkhydrat zugegeben. Als Prozessabfall entsteht Calciumcarbonat (Kalkschlamm)in größeren Mengen. Dieser Kalkschlamm wird einer Kläranlage zur Entsorgung übergeben. Was muss unsererseits veranlasst werden um Reachkonform zu arbeiten?

Antwort:

Der Hersteller oder auch der EU-Importeur des Kalkhydrats (Chemielexikon Römpp: Calciumoxid) ist registrierungspflichtig. Sie sind als Käufer und Verwender sog. nachgeschalteter Anwender. Als solcher haben Sie Stoffsicherheitsbeurteilungen zu beachten, sobald die Ihnen vom Registrierungspflichtigen übersandt werden, und sich daraus ergebende Risikominderungsmaßnahmen (RMM) zu beachten (ausführlicher Art. 37 REACH-VO). Diese RMM müssten aber auch heute schon im Sicherheitsdatenblatt (SDB) dargestellt sein. Wenn nicht, kontaktieren Sie Ihren Lieferanten und fragen Sie nach dem SDB und auch zur Absicht, Kalkhydrat zu registrieren.
Aus dem Kalkhydrat wird sodann, wie Sie schreiben, Abfall und Sie geben diesen Abfall auch als solchen zur Entsorgung weiter. In diesem Fall gilt dann nur das Abfallrecht. Denn Abfall ist gemäß Art. 2 Abs. 2 REACH-VO weder Stoff noch Zubereitung noch Erzeugnis i.S. von REACH, und damit kein rechtlicher Anknüpfungspunkt für die REACH-Verordnung. Es bleibt allenfalls die Frage, ob die Kläranlage in Hinblick auf den Kalk wirklich `Abfall entsorgt` oder den Kalk selbst wieder als Behandlungsmittel einsetzt.