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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen wir als Erzeugnisimporteur die Inhaltsstoffe labortechnisch analysieren lassen?

KomNet Dialog 6820

Stand: 09.09.2009

Kategorie:

Dialog
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Frage:

Wir importieren Erzeugnisse direkt aus Asien (CD-Rs, DVD-Rs, Jewel-Boxen und Slim-Boxen, das sind die umschließenden Hüllen der genannten Produkte)und vertreiben sie an bekannte deutsche Handelsunternehmen. Es besteht eine deutliche Unsicherheit in der Beantwortung der Frage, ob wir als Erzeugnissimporteur, die Inhaltsstoffe labortechnisch analysieren lassen müssen, um eine Aussage zu erhalten, ob beispielsweise identifizierte SVHC Stoffe nach REACH im jeweiligen Erzeugnis vorhanden sind (vgl. REACH-VO Art. 7 und 57). Reicht die Herstellerangabe aus oder müssen wir selbst analysieren lassen? Wer darf solche Analysen durchführen? Reichen dann einmalige Analysen oder müssen diese regelmäßig wiederkehrend durchgeführt werden?

Antwort:

Nach der REACh-Verordnung gibt es keine Verpflichtung zur Durchführung von Analysen zur Bestimmung von SVHC-Stoffen. Ob Sie diese letztlich durchführen lassen oder von Ihrem Lieferanten verlangen, hängt vom Vertrauensverhältnis zum Lieferanten ab. Haben Sie Zweifel an den Aussagen des Lieferanten, sollten Sie ein Abnahmeprüfzeugnis für das Produkt verlangen. In diesem Fall wird die Analyse durch einen externen Sachverständigen (externes Labor) durchgeführt. Dieses sollte akkreditiert sein und über entsprechende Erfahrung bei der Analyse auf Phthalate etc. verfügen. Wollen Sie ganz sicher gehen, geben Sie selbst eine Analyse bei einem akkreditierten Labor in Auftrag. Sie sollten in jedem Fall mehrere Proben aus verschiedenen Chargen analysieren lassen. Wiederkehrende Messungen sind aus unserer Sicht nur angebracht, wenn Sie Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit des Lieferanten haben (s.o.). Erneute Analysen wäre aber ggf. erforderlich, wenn neue Stoffe in die Kandidatenliste aufgenommen werden und diese in den Erzeugnissen enthalten sein könnten.