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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen die Symbole im Sicherheitsdatenblatt farbig sein? Gibt es Größenvorgaben für die Kennzeichnung auf Gebinden?

KomNet Dialog 6807

Stand: 28.07.2008

Kategorie: Sicherer Transport > Beförderung gefährlicher Güter > Kennzeichnungen und erforderliche Unterlagen

Dialog
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Frage:

Muss ein Sicherheitsdatenblatt in Farbe sein (z.B. für die Symbole O, F+, Xi etc) oder reicht schwarz-weiß? Gibt es vorgeschriebene Größen für die Kennzeichnung (Xi, F, ...) auf Gebinden? Im konkreten Fall geht es um ein Fass mit Öl (20 Liter), welches als Xn eingestuft ist, beim Versenden aber nicht unter Gefahrgut fällt (keine ADR-Nr. etc.) Ein Kunde hat sich beschwert, dass das mitgelieferte SDB nur in schwarz-weiß ist (also auch das Xn-Symbol). Das Öl wird aus Japan importiert (Registrierung nach REACH wird gerade geklärt) und hier weiterverkauft. In Japan ist lt. SDB keine Kennzeichnung notwendig, ist auch nicht auf dem Fass. In Deutschland ist das Öl als Xn eingestuft (muss also gekennzeichnet werden).

Antwort:

Zu Teil 1 - Müssen die Gefahrensymbole in Sicherheitsdatenblättern farbig dargestellt sein?

Nein.Die Vorgaben über die erforderlichen Angaben auf einem EU-Sicherheitsdatenblatt befinden sich im Leitfaden für die Erstellung des Sicherheitsdatenblatts, der in Anhang II der REACH-Verordnungsteht. Im Leitfaden selbst fehlen jedoch Angaben über die Farbe der Kennzeichnungen.
Nach Position 2 (Mögliche Gefahren) des Leitfadens gilt: „Die Angaben in der Kennzeichnung von Stoffen und Zubereitungen sind unter Position 15 des Sicherheitsdatenblatts einzutragen“. Dort steht die Forderung: „Anzugeben sind die gesundheits- sicherheits- und umweltbezogenen Informationen, die die Kennzeichnung gemäß den Richtlinien 67/548/EWG (Stoffrichtlinie) und 1999/45/EG (Zubereitungsrichtlinie) umfasst“. Aus dieser Forderung kann man nicht ableiten, dass auch die Symbole mit orangegelber Hintergrundfarbe auf dem Sicherheitsdatenblatt erscheinen müssen, wie das von Artikel 23 (2) c) der Stoffrichtlinie bzw. Artikel 10, Nr. 2.4 der Zubereitungsrichtlinie für die Ausführung der Kennzeichnung auf der Verpackung gefordert wird. Es müssen nur die genannten Informationen in der Kennzeichnung angegeben werden. Mehr wird auch nicht in der Bekanntmachung 220 zum Sicherheitsdatenblatt (früher TRGS 220) des BMAS verlangt. Dort wird unter Punkt 6.15.2 u.a. lediglich die Angabe von „Kennbuchstabe(n) für das(die) Symbol(e) und Gefahrenbezeichnung“ gefordert.

Zu Teil 2 - Gibt es vorgeschriebene Größen für die Kennzeichnung?
Die Stoffrichtlinie (RL 67/548/EWG) legt in Artikel 24 (1) für Stoffe für die Größe von Kennzeichnungen auf Verpackungen wie folgt fest:
Fassungsvermögen der Verpackung Format (in mm) nach Möglichkeit

  • bis 3 l mindestens 52 x 74
  • über 3 l bis höchstens 50 l mindestens 74 x 105
  • über 50 l bis höchstens 500 l mindestens 105 x 148
  • größer als 500 l mindestens 148 × 210

Jedes Symbol muss mindestens ein Zehntel der Fläche des Kennzeichnungsschildes einnehmen und mindestens 1 cm² groß sein.
Artikel 11 (1) der Zubereitungsrichtlinie (RL 1999/45/EG) „Anwendung der Kennzeichnungsvorschriften“ bestimmt: „(…) Die Abmessungen des Kennzeichnungsschilds sind in Anhang VI der Richtlinie 67/548/EWG festgelegt“. Dort sind im Abschnitt 7.7 die gleichen Abmessungen wie in der obigen Tabelle angeben.
Daraus folgt: Die Anforderungen an Größe und Format der Kennzeichnungselemente von Verpackungen gefährlicher Stoffe wie auch gefährlicher Zubereitungen sind gleich!