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Welche Qualifikation benötigt ein Auftragsverantwortlicher? (z.B. Auftragserteilung an Fremdfirmen)?

KomNet Dialog 6746

Stand: 20.02.2018

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Arbeitnehmerüberlassung, Fremdfirmeneinsatz

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Frage:

Welche Qualifikation benötigt ein Auftragsverantwortlicher? (z.B. Auftragserteilung an Fremdfirmen)? Müssen Unternehmerpflichten auf diese Person übertragen werden?

Antwort:

Die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1 - Grundsätze der Prävention (bisher BGV A 1) fordert in § 5 Abs. 3 bei der Erteilung von Aufträgen an ein Fremdunternehmen, dass Tätigkeiten mit besonderen Gefahren durch Aufsichtsführende überwacht werden. Dies hat der Unternehmer (Auftraggeber) sicherzustellen. Allerdings soll bei der Auswahl des Aufsichtsführenden Einvernehmen zwischen den beteiligten Partnern hergestellt werden. Ein Aufsichtsführender muss besondere Kenntnisse und Erfahrungen für den jeweiligen Aufsichtsbereich mitbringen.

"Die Überwachung durch einen Aufsichtsführenden setzt in der Regel dessen Anwesenheit vor Ort sowie Weisungsbefugnis voraus". Diese uns weitere Anforderungen an den Aufsichtsführenden siehe auch Ziffer 2.4.3 der DGUV Regel 100-001 Grundsätze der Prävention (bisher BGR A1). Vergleiche für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen auch § 15 der Gefahrstoffverordnung.


Die Vergabe von Aufträgen ist an keine Qualifikation gebunden. Das Arbeitsschutzrecht und die Unfallverhütungsvorschriften gehen davon aus, dass zur Vergabe von Aufträgen im Betrieb nur Personen befugt sind, die auch Arbeitgeber-/Unternehmerverantwortung (im Sinne von § 13 Arbeitsschutzgesetz oder § 13 Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1) besitzen.