Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Ist es erforderlich, auch ältere Aufzüge mit einer Notrufauslöseeinrichtung nachzurüsten?

KomNet Dialog 6705

Stand: 08.04.2009

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Aufzugsanlagen

Dialog
Favorit

Frage:

1) Ist es erforderlich, auch ältere Aufzüge mit einer Notrufauslöseeinrichtung gemäß EN 81-28 auf / und oder unter dem Fahrkorb ( Techniker Notruf ) nachzurüsten oder reicht es aus, wenn eine 2. Person in der Nähe ist? 2)Muss der Betreiber einer Aufzugsanlage auch für den Techniker des Aufzugsherstellers eine Gefährdungsbeurteilung erstellen, wenn dieser Reparatur- oder Instandhaltungsarbeiten durchführt?

Antwort:

Zu Frage 1:
Eine generelle Nachrüstung bestehender Anlagen ist nicht erforderlich. (s. § 27 Abs. 3 BetrSichV). Es kann z. B. eine zweite Person in der Nähe (Rufweite) postiert werden.
Im Einzelfall kann die zuständige Behörde eine Nachrüstung fordern.
Zu Frage 2:
Der Betreiber ist nur dann zur Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung verpflichtet, wenn er gleichzeitig Arbeitgeber ist und die Aufzugsanlage seinen Arbeitnehmern zur Nutzung bei der Arbeit zur Verfügung stellt.
Für Beschäftigte eines Wartungsunternehmens, die im Rahmen eines Wartungsvertrages an einer Aufzugsanlage eines Betreibers tätig werden, ist deren Arbeitgeber (das Wartungsunternehmen) zuständig..
Vergleiche hierzu auch den LASI-Leitlinien zur BetrSichV (LV 35), Pkt. D 3.1:
zu § 3 „Wartungs- und Prüfpersonal“
Frage:
Im bestimmungsgemäßen Betrieb ist ein Aufzug dann ein Arbeitsmittel, wenn der Arbeitgeber seinen Beschäftigten den Aufzug zur Verfügung stellt. Der Arbeitgeber/Betreiber eines solchen Aufzuges ist im Allgemeinen jedoch nicht der Arbeitgeber des Wartungs- und Prüfpersonals? Wer hat welche Pflichten?
Antwort:
Der Betreiber hat die Pflicht, den Aufzug nach dem Stand der Technik zu betreiben. Hierzu gehört der Schutz seiner Beschäftigen und Dritter.
Der Arbeitgeber des Wartungs- oder Prüfpersonals hat die Gefahren beim Umgang seiner Arbeitnehmer mit dem Aufzug - der dann für diese Arbeitsgegenstand ist - nach § 3 BetrSichV zu beurteilen und notwendige Maßnahmen für die sichere Bereitstellung und Benutzung der vom Wartungs- oder Prüfpersonal benutzten Arbeitsmittel (einschl. möglicher Wechselwirkungen) zu treffen. Eine wesentliche Voraussetzung hierzu ist die Abstimmung mit dem Aufzugsbetreiber.“

Akzeptiert vom LASI im Juli 2003