Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Muss der Errichter für Arbeitsgerüste eine schriftliche Freigabe erstellen?

KomNet Dialog 6704

Stand: 03.07.2015

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Prüfpflichtige Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
Favorit

Frage:

Vor kurzem erwartete ich von einem Gerüstbauunternehmen eine schriftliche Freigabe des erstellten Arbeitsgerüstes. Dies wurde vom Gerüstbauer mit dem Hinweis abgelehnt, dass dies nicht mehr rechtlich gefordert werde. Ich wurde belehrt, dass seit einigen Jahren nach einer europäischen Norm gearbeitet werde, welche eine schriftliche Freigabe von Gerüsten nicht mehr vorsehe. Es müsse nunmehr ausdrücklich am Gerüst ein Sperrvermerk angebracht sein, wenn das Gerüst beispielsweise noch nicht fertiggestellt ist. Ansonsten gilt ein Gerüst ohne Sperrung als freigegeben. Können Sie das bestätigen?

Antwort:

Die Benutzung von Gerüsten durch Beschäftigte wird durch die Nrn. 3.1 und 3.2  Anhang 1 Betriebssicherheitsverordnung -BetrSichV- geregelt. Diese Mindestanforderungen sind bei der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 BetrSichV zu berücksichtigen.

Die Vorgaben werden durch technische und berufsgenossenschaftliche Regeln konkretisiert. Relevant ist z. B. die DGUV Information 201-047 (bisher: BGI 5101) der BG Bau.

Anforderungen an den Gerüstbauer und den Gerüstnutzer finden Sie in der Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten der Bau-BG (DGUV Information 201-011 (bisher: BGI 663)) bzw. gleichlautend als LASI-Leitfaden LV 37.

In den v. g. Schriften wird der Weg der Errichtung des Gerüstes und Übergabe an den Benutzer beschrieben (z.B. Kapitel 5 und 6 der DGUV Information 201-011).

Fazit: Die erforderliche (dokumentierte) Prüfung durch den Errichter, das Übergabeprotokoll und der Plan für die Benutzung, der dem Nutzer nach Aufbau übergeben wird, erfüllen "quasi" die schriftliche Freigabe.