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Darf eine nicht ableitfähige Gummifolie als Abdeckung/Abdichtung bei diskontinuierlich betriebenen Gärbehältern eingesetzt werden?

KomNet Dialog 6698

Stand: 09.06.2008

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

Dialog
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Frage:

Welches Recht besagt, dass bei diskontinuierlich betriebenen Gärbehältern (Biogasanlagen), in denen innen Zone 1 vorliegt, eine nicht ableitfähige Gummifolie als Abdeckung/Abdichtung eingesetzt werden darf? Meine Bedenken sind hinsichtlich elektrostatischer Aufladung. DIN EN 13463-1 7.4 lässt nur kleine Oberflächen in den jeweiligen Zonen zu.

Antwort:

Maßgeblich ist in Bezug auf diese spezielle Frage die – allerdings seit sechs Jahren nicht mehr novellierte – Sicherheitsregel für landwirtschaftliche Biogasanlagen, herausgegeben von der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (LBG).

Dort steht in Abschnitt 3.2 zu Zone 2:
"Zone 2 umfasst Bereiche, in denen nicht damit zu rechnen ist, dass eine explosionsfähige Atmosphäre aus Gasen, Dämpfen oder Nebeln auftritt, wenn sie dennoch auftritt, dann aller Wahrscheinlichkeit nach nur selten und während eines kurzen Zeitraumes.

Erläuterungen
Seltenes Auftreten von zündfähigen Gasgemischen kann generell im Störungsfall und bei Servicearbeiten auftreten.
Im Bereich des Gärbehälters betrifft dies Wartungs- und Reinigungsöffnungen und das Innere eines kontinuierlich betriebenen Fermenters. Bei Gasspeicherung …"
.

Daraus folgt: Ein diskontinuierlich betriebener Gärbehälter ist Zone 1 und als solcher auszulegen. Dies hat zunächst der Hersteller in seiner Konformitätserklärung nachzuweisen. Dies betrifft insbesondere auch die Leitfähigkeit der Folie.

Hat es ein Kunde / Betreiber bei seiner Bestellung versäumt, die Zulässigkeit für einen diskontinuierlichen Betrieb ausdrücklich anzugeben, könnte es insoweit ein Problem geben, weil der Hersteller seinen Verpflichtungen nachgekommen ist, der Kunde aber eine Anlage hat, die nicht für diesen Fall ausgelegt ist.

Das gleiche gilt für die Genehmigung und das Explosionsschutzdokument. Liegen andere als dort angegebene betriebliche Verhältnisse vor, kann die Genehmigung zwar grundsätzlich rechtmäßig sein, aber diese Form des Betriebes nicht beinhalten; dann wäre der diskontinuierliche Betrieb als unzulässig einzustufen.

Siehe auch die Informationen im Biogashandbuch unter http://www.lfu.bayern.de/abfall/fachinformationen/biogashandbuch/.