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Auf welche Art und Weise können noch in Benutzung befindliche AZ-Rohre gereinigt werden, ohne dass Asbestfasern freigesetzt werden?

KomNet Dialog 6688

Stand: 04.11.2008

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest

Dialog
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Frage:

Es werden AZ-Rohre für Trink- und Abwasserleitungen benutzt. Diese müssen aus hygienischen und wirtschaftlichen Gründen in Abständen gereinigt werden. Auf welche Art und Weise können noch in Benutzung befindliche AZ-Rohre gereinigt werden, ohne dass Asbestfasern freigesetzt werden? Kann die Spülung der AZ-Rohre mit Hochdruck erfolgen? Welche rechtlichen Grundlagen müssen bei der Vorbereitung und Durchführung der Arbeiten beachtet werden? Was ist bei der Entsorgung des dadurch eventuell kontaminierten Klärschlamms zu beachten?

Antwort:

Gemäß Anhang II Nr. 1 Gefahrstoffverordnung - GefstoffV  dürfen asbesthaltige Gefahrstoffe nicht hergestellt oder verwendet werden (Herstellungs- und Verwendungsverbot). Dies gilt nicht, wenn es sich um Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) im Sinne der Gefahrstoffverordnung handelt.

Bei Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten wiederum sind Arbeiten, die zu einem Abtrag der Oberfläche von Asbestprodukten führen, wie zum Beispiel Abschleifen, Druckreinigen oder Abbürsten nicht erlaubt. Es sei denn, es handelt sich um ein emissionsarmes Verfahren.

Dieses emissionsarme Verfahren muss behördlich oder berufsgenossenschaftlich anerkannt sein. Nähere Auskunft hierzu gibt die BGI 664. In dieser berufsgenossenschaftlichen Information sind alle Verfahren mit geringer Asbestfaserexposition bei Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten aufgeführt.

Sollte es sich bei einer Druckreinigung um ein anerkanntes Verfahren mit geringer Exposition handeln, kann dieses angewendet werden. Besteht für die Druckreinigung jedoch keine Anerkennung im oben genannten Sinne, kann eine Reinigung der AZ-Rohre allenfalls mit einem drucklosen Wasserstrahl erfolgen.

Asbesthaltige oder asbestkontaminierte Abfälle sind als besonders überwachungsbedürftiger Abfall (Sonderabfall) eingestuft und daher insbesondere unter Beachtung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW/AbfG) zu entsorgen. Weitere Informationen hierzu gibt das Merkblatt  „Entsorgung asbesthaltiger Abfälle“ der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall ( http://www.laga-online.de/servlet/is/23874/M23_VH_Asbesthaltige_Abfaelle.pdf?command=downloadContent&filename=M23_VH_Asbesthaltige_Abfaelle.pdf) sowie der örtlich zuständige Abfallbeseitiger.

Grundlage für den Umgang mit Asbest ist die "Technische Regel für Gefahrstoffen 519" - TRGS 519. ASI-Arbeiten dürfen nur durchgeführt werde, wenn sichergestellt ist, dass die personelle und sicherheitstechnische Ausstattung des Unternehmens für diese Arbeiten geeignet ist. Jeder Betrieb der Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten durchführt, muss einen sachkundigen Verantwortlichen beschäftigen. Der Verantwortliche hat sicherzustellen, dass bereits bei der Planung von Arbeiten die Anforderungen der TRGS 519 berücksichtigt und umgesetzt werden.