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KomNet-Wissensdatenbank

Muss neben einer Strahlschutzanweisung zusätzlich eine Gefährdungsanalyse in Bezug auf die ionisierende Strahlung erstellt werden?

KomNet Dialog 6684

Stand: 04.11.2008

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Strahlenschutzorganisation

Dialog
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Frage:

Unser Unternehmen ist Gutachter gemäß §20 AtG, im Haus befindet sich ein Prüfstrahler, die StrSchV findet Anwendung. Unser zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem weist u.a. die Verfahrensanweisung `Strahlenschutzanweisung` aus. Muss neben der zuvor genannten Dokumentation zusätzlich eine Gefährdungsanalyse in Bezug auf die ionisierende Strahlung erstellt werden? Ist darüber hinaus eine zugehörige Betriebsanweisung notwendig? (Hinweis: Der Prüfstrahler wird von lediglich 1-2 Personen verwendet!).

Antwort:

Für die Verwendung von Prüfstrahlern, deren Aktivität die Freigrenze nach Anlage III, Tabelle 1 StrlSchVüberschreitet ist eine Strahlenschutzanweisung gemäß § 34 StrlSchV zu erlassen.

Gemäß § 5 Arbeitschutzgesetz - ArbSchG hat der Arbeitgeber in jedem Fall die Gefährdungen zu ermitteln, zu beurteilen und die notwendigen Maßnahmen herauszuarbeiten. § 5 Abs. 3 ArbSchG konkretisiert mögliche Gefährdungen, die sich u. A. auch aus physikalischen Einwirkungen ergeben können.
Demnach ist auch für den Umgang mit radioaktiven Stoffen eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen durchzuführen.
Gemäß § 6 ArbSchG ist die Gefährdungsbeurteilung grundsätzlich zu dokumentieren.
Aus der Dokumentation müssen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die vom Arbeitgeber festgelegten Maßnahmen und das Ergebnis der Überprüfung ersichtlich sein.
Die Maßnahmen des Arbeitsschutzes die zu treffen sein könnten, können sowohl technische als auch organisatorische Maßnahmen sein.
In der Strahlenschutzanweisung nach § 34 StrlSchV sind die Ziffern 1 - 7 zu beschreiben, die alle organisatorischer Natur sind. Somit kann die Strahlenschutzanweisung als Bestandteil der Dokumentation zur Gefährdungsbeurteilung gelten (§ 34 Satz 3 StrlSchV), der die organisatorischen Arbeitsschutzmaßnahmen konkretisiert. Die Strahlenschutzanweisung ersetzt nicht die Gefährdungsbeurteilung.