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Ab welcher Betriebsgröße muss in einer öffentlichen Einrichtung ein Sanitätsraum eingerichtet werden, und wann sollte eine Trage vorhanden sein?

KomNet Dialog 6677

Stand: 15.05.2008

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Sonstige Sozialräume

Dialog
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Frage:

Ab welcher Betriebsgröße muss in einer öffentlichen Einrichtung ein Sanitätsraum eingerichtet werden, und ab wann sollte eine Trage in der Einrichtung vorhanden sein?

Antwort:

In § 6 Absatz 4 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) wird allgemein gefordert, dass Erste-Hilfe-Räume oder vergleichbare Einrichtungen entsprechend der Unfallgefahren oder der Anzahl der Beschäftigten, der Art der ausgeübten Tätigkeiten sowie der räumlichen Größe der Betriebe vorhanden sein müssen.
Auch unter Ziffer 4.3 Erste-Hilfe-Räume des Anhangs zur ArbStättV wird nicht näher konkretisiert, unter welchen Bedingungen Erste-Hilfe-Räume bereitzustellen sind.
In der alten, bis August 2004 geltenden ArbStättV, war unter § 34 geregelt, dass mindestens ein Sanitätsraum oder eine vergleichbare Einrichtung vorhanden sein muss, wenn
1. mehr als 1000 Arbeitnehmer beschäftigt sind oder
2. mit besonderen Unfallgefahren zu rechnen ist und mehr als 100 Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Diese heute nicht mehr verbindliche Regelung kann als Erkenntnisquelle im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung herangezogen werden,
Anforderungen an die Erste Hilfe sind aber auch unter § 24 der GUV-V A 1 genannt und dort sind ebenfalls die v.g. Beschäftigtenzahlen als Rahmenbedingungen für Sanitätsräume festgelegt. Unter Abschnitt C der BGR A 1 finden sich weitere Konkretisierungen bezüglich des Bereithaltens und der Ausstattung eines Sanitätsraumes.
Zu Krankentragen wird folgendes ausgeführt (Ziffer 4.7.3 BGR A1):

"Rettungstransportmittel, z.B. Krankentragen, dienen dem sachkundigen, schonenden Transport Verletzter vom Ort des Geschehens zur weiteren Versorgung.
In Betrieben, in denen der öffentliche Rettungsdienst, der im Rettungsfahrzeug eine Krankentrage mitführt, in jedem Fall ungehindert seine Aufgaben am Notfallort durchführen kann, kann es sich erübrigen, eigene Rettungstransportmittel vorzuhalten. Im Übrigen hat der Unternehmer geeignete Rettungstransportmittel dort zur Verfügung zu stellen, wo es der Betrieb erfordert, z.B. an Stellen, wo der Verletzte nicht direkt am Ort des Geschehens vom öffentlichen Rettungsdienst übernommen werden kann oder an Unfallorten, die für Krankentragen nicht zugänglich sind."

Weitere Details der Ausstattung des Betriebes mit Erste-Hilfe-Einrichtungen und -Material sollten mit dem Betriebsarzt abgestimmt werden.